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MNP: Brustdrüsenentzündung bei Frauen

Während von einer Mastitis früher hauptsächlich Mütter von Neugeborenen betroffen waren, wird eine akute Entzündung der Brustdrüse zunehmend auch bei Frauen außerhalb der Stillzeit diagnostiziert. Die Gründe hierfür sind bislang noch nicht hinreichend bekannt.

Brustdrüsenentzündung: Mögliche Ursachen & Behandlungsmöglichkeiten
Brustdrüsenentzündung: Mögliche Ursachen & Behandlungsmöglichkeiten
© Bigstock/ Evilbeau

In diesem Artikel:

Mediziner bezeichnen die Brustdrüsenentzündung im Fachjargon als Mastitis non-puerperalis oder kurz MNP, während man bei der Erkrankung stillender Mütter von einer Mastitis puerperalis spricht.  MNP tritt ebenfalls im gebärfähigen Alter auf, in selteneren Fällen auch bei Frauen nach den Wechseljahren.

Mögliche Ursachen der Mastitis non-puerperalis

Hormonelle Störungen und Stress können bewirken, dass außerhalb der Stillzeit Milch produziert wird. Dringt infolge eines Milchstaus Milch oder Sekret in umliegendes Gewebe ein, reagiert der Organismus wie auf einen Fremdkörper mit einer Entzündung.

Eine Brustdrüsenentzündung kann zudem als Begleiterscheinung chronischer Erkrankungen wie beispielsweise einer Immunschwäche, Diabetes mellitus, Rheuma oder Tuberkulose auftreten sowie als Nebenwirkung einer Kortison-Behandlung, Hormonersatztherapie oder bei Einnahme von Psychopharmaka.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht auch bei starken Rauchern sowie bei einem Brustwarzen-Piercing. Aufgrund mangelnder Hygiene, einem Auswechseln des Piercings vor der Abheilung oder Reibung durch zu enge Oberteile können Krankheitserreger in die Wunde eindringen und in die Milchgänge gelangen.

Typische Beschwerden bei einer Brustdrüsenentzündung

Bei einer nonpuerperalen Mastitis ist die Haut neben dem Warzenhof schmerzhaft gerötet und überwärmt. Im Allgemeinen treten die Symptome nur an einer Brust auf. Zusätzlich können sich folgende Beschwerden bemerkbar machen:

  • Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl
  • Geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Absonderung von Sekret

Da die Symptome dem inflammatorischen Mammakarzinom sehr ähnlich sind, sollte die Ursache der Erkrankung unbedingt beim Gynäkologen abgeklärt werden. Im Falle starker Schwellungen, hohem Fieber und Schüttelfrost ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Diagnose und Behandlung der Brustentzündung

Durch vorsichtiges Abtasten und eine Ultraschalluntersuchung kann der behandelnde Arzt eine Diagnose stellen. Im Allgemeinen wird ein Antibiotikum verordnet. Wichtig ist eine ausreichend lange Behandlungsdauer und die indikationsgemäße Einnahme des Mittels, um ein Wiederaufflammen der Entzündung und die Bildung eines Abszesses zu vermeiden.  Zusätzlich empfiehlt es sich, aufs Rauchen zu verzichten und zur Entlastung der Brust einen nicht zu straffen, aber gut stützenden BH zu tragen. Schmerzen können durch lokale Wärmeanwendungen und nach Absprache mit dem Arzt durch die Einnahme schmerzstillender Medikamente gelindert werden.

Ist eindeutig eine Entzündung als Ursache der Beschwerden feststellbar und schlägt die Antibiotika-Therapie an, sind meist keine weiteren Untersuchungen notwendig. Um einen Tumor sicher auszuschließen, empfiehlt der Arzt häufig eine Mammografie. Mithilfe einer Biopsie kann zudem geklärt werden, ob es sich bei der Brustentzündung um ein Symptom einer anderen Grunderkrankung handelt.

Bei einer Mastitis non puerperalis bestehen gute Heilungschancen, sofern es gelingt die Auslöser der Entzündung eindeutig zu bestimmen und behandeln. Ansonsten kann es zu wiederkehrenden Infektionen kommen.

Quellen