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Hysterektomie: Komplette oder teilweise Entfernung der Gebärmutter

Die Gebärmuttermutterentfernung gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen in der Frauenmedizin. Da es sich dabei um eine größere Operation handelt, wird die Hysterektomie grundsätzlich stationär in einem Krankenhaus vorgenommen. Je nach Erkrankung und Allgemeinzustand der Patientin entscheidet sich, ob eine Teil- oder Komplettentfernung vorgenommen wird und welches Operationsverfahren infrage kommt.

Wann muss eine Hysterektomie durchgeführt werden?
Wann muss eine Hysterektomie durchgeführt werden?
© Bigstock/ Alena Menshikova

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Es gibt drei Formen der Hysterektomie: Bei einer Teilentfernung (suprazervikale Hysterektomie) wird nur der Gebärmutterkörper entfernt. Die totale Hysterektomie umfasst die Entfernung der Gebärmutter samt Gebärmutterhals. Eileiter und Eierstöcke bleiben bei beiden Formen erhalten.

Bei der sogenannten radikalen Hysterektomie kann es je nach Krankheitsbild notwendig sein, nicht nur die Gebärmutter, das umliegende Gewebe und den angrenzenden oberen Abschnitt der Scheide zu entfernen, sondern zusätzlich auch Eileiter und Eierstöcke zu entnehmen.

Warum muss die Gebärmutter entfernt werden?

Die häufigsten Gründe für eine Hysterektomie sind

Die Diagnose dieser Erkrankungen zieht nicht zwangsläufig eine Gebärmutterentfernung nach sich. Je nach Schweregrad, allgemeinem Gesundheitszustand und etwaigen Risikofaktoren können alternative Therapiemethoden zur Anwendung kommen.

Hysterektomie: Welche OP-Verfahren gibt es?

Die Gebärmutterentfernung kann entweder durch einen Schnitt in der Scheide (vaginale Hysterektomie), einen Bauchschnitt (abdominale Hysterektomie) oder mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) vorgenommen werden.

Falls medizinisch möglich wird die vaginale Hysterektomie bevorzugt. Der Eingriff über die Scheide verursacht im Vergleich zum Bauchschnitt weniger Schmerzen und eine schnellere Genesung nach der Operation.

Im Bereich der Laparoskopie haben sich verschiedene OP-Verfahren etabliert:

  • Die laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie (LAVH) ist eine Kombination aus vaginaler Hysterektomie und Bauchspiegelung.
  • Die laparoskopisch suprazervikale Hysterektomie (LASH) erfolgt nur, wenn bösartige Veränderungen der Gebärmutter ausgeschlossen werden können. Entfernt wird mittels Bauchspiegelung nur der Gebärmutterkörper.
  • Im Gegensatz dazu wird bei der totalen laparoskopischen Hysterektomie (TLH) die komplette Gebärmutter einschließlich Gebärmutterhals entfernt.

Da ein Eingriff über den Schnitt in der Bauchdecke für die Patientin belastender ist und eine längere Genesungszeit nach sich zieht, kommt die abdominale Hysterektomie nur zum Einsatz, wenn andere OP-Methoden nicht möglich sind. Das kann zum Beispiel notwendig sein, wenn mehrere Organe betroffen sind oder die Gebärmutter sehr groß ist.

Unabhängig vom Operationsverfahren werden in Deutschland die Kosten einer Gebärmutterentfernung in vollem Umfang von den Krankenkassen übernommen.

Wie lange muss man sich nach der Gebärmutterentfernung schonen?

Eine Hysterektomie wird grundsätzlich stationär durchgeführt, meist kann die Patientin das Krankenhaus nach spätestens einer Woche wieder verlassen. Bei einer abdominalen Hysterektomie ist mit einem längeren Klinikaufenthalt zu rechnen.

Wie lange man nach dem Entfernen der Gebärmutter krankgeschrieben ist, hängt vom individuellen Gesundheitszustand ab. Körperliche Anstrengungen wie schweres Tragen und Heben sollten noch mindestens vier bis sechs Wochen nach der Operation vermieden werden. Während dieser Genesungsphase ist auch ein Verzicht auf Geschlechtsverkehr notwendig. Um die Wundheilung nach der Hysterektomie nicht zu gefährden, sollten Damenbinden statt Tampons verwendet werden, von Scheidenspülungen ist ebenfalls abzusehen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind mit einer Gebärmutterentfernung verbunden?

Wie jede Operation birgt auch eine Hysterektomie gewisse Risiken. Beschwerden wie Schmerzen, Probleme beim Wasserlassen oder Verstopfung klingen meist nach wenigen Tagen ab. Statistiken zufolge kommt es bei fünf von 100 Frauen zu Komplikationen: Während der OP können Nerven, Blutgefäßen und umliegende Organe verletzt werden, nach dem Eingriff treten teilweise Infektionen, Harnwegsinfekte oder schmerzhafte Verwachsungen im Bauchraum auf.

Nach einer Gebärmutterentfernung kann man keine Kinder mehr bekommen. Bei einer vollständigen Entnahme der Gebärmutter bleibt die Regelblutung aus. Es kann jedoch zu leichten Monatsblutungen kommen, wenn der Gebärmutterhals nicht entfernt wurde. Müssen auch die Eierstöcke entfernt werden, kommt die Patientin nach der OP in die Wechseljahre.

Wie wirkt sich eine Hysterektomie auf die Psyche aus?

Während viele Frauen angeben, dass sich die Lebensqualität nach der Gebärmutterentfernung verbessert hat, geht eine Hysterektomie für einen Teil der Betroffenen mit starken psychischen Belastungen einher. Die Frauen leiden unter dem Verlust ihrer Weiblichkeit und dass sie keine Kinder mehr gebären können. Aktuellen Studien zufolge steigt das Risiko für Depressionen und Angstzustände, vor allem bei jüngeren Frauen.

Betroffene sollten sich deshalb ausführlich informieren, ob eine Gebärmutterentfernung im Einzelfall tatsächlich notwendig ist oder ob alternative Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Bei Zweifel und Unsicherheit ist es hilfreich, die Zweitmeinung eines weiteren Arztes einzuholen, bevor man eine endgültige Entscheidung trifft.

Quellen