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Gebärmuttersenkung: Symptome erkennen und behandeln

Rund 50% aller Frauen sind im Laufe ihres Lebens von einer leichten Beckenbodenschwäche betroffen. Ein Symptom des geschwächten Halteapparats kann die Absenkung der Gebärmutter (Descensus uteri) sein, die zusätzlich mit einer Scheidenabsenkung (Descensus vaginae) einhergehen kann.

Kann man eine Gebärmuttersenkung vorbeugen?
Kann man eine Gebärmuttersenkung vorbeugen?
© Bigstock/ bee32

Im Normalzustand wird die Gebärmutter von Bindegewebe, Bändern und Beckenbodenmuskulatur gestützt und gehalten. Durch verschiedene Risikofaktoren wie kurz aufeinander folgende Schwangerschaften und Mehrlingsgeburten, häufiges Heben und Tragen schwerer Lasten, starkes Übergewicht, chronische Verstopfung und dauerhaftem Husten oder Rauchen kann es zu einer Überdehnung des Halteapparats kommen. Dabei sinken Gebärmutter und Scheide nach unten. Ursache für eine Gebärmuttersenkung kann zudem eine angeborene Bindegewebsschwäche sein.

Von einer Gebärmuttersenkung sind größtenteils Frauen in und nach den Wechseljahren betroffen. Eine leichte Gebärmuttersenkung geht häufig ohne Beschwerden einher und muss nicht behandelt werden.

Anzeichen einer Gebärmutterabsenkung

Eine Gebärmuttersenkung kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen.  Die meisten Frauen verspüren ein unangenehmes Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide beim Stehen, Sitzen und Gehen, das im Liegen wieder verschwindet. Betroffene klagen zudem über einen fortwährenden „Zug nach unten“.

Mögliche Anzeichen sind zudem

  • ein Ziehen im Unterleib
  • Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Durch die Verschiebung der Organe wölbt sich manchmal auch die Scheide vor bzw. senkt sich ab, was sich mit dem Finger ertasten lässt. Hat sich die Gebärmutter schon weit abgesenkt, lässt sich auch der Gebärmutterhals von außen ertasten. Eine Diagnose kann jedoch nur der Arzt durch eine Ultraschall-Untersuchung stellen.

Harninkontinenz als Begleiterscheinung

Aufgrund der engen Nachbarschaft zur Harnblase kann die veränderte Position der Gebärmutter Druck auf die Blase ausüben. Es kommt dann zu Schmerzen beim Wasserlassen, einem unbeabsichtigten Harnverlust beim Niesen, Husten oder Lachen (Belastungsinkontinenz) oder vermehrtem Harndrang, wobei die Blase nicht vollständig entleert werden kann und Resturin zurückbleibt. Verbleibt ständig Urin in der Harnblase, erhöht sich das Risiko für Harnwegsinfekte.

Eine Gebärmuttersenkung und ihre begleitenden Umstände verursacht nicht nur körperliche Beschwerden. Aus Scham scheuen betroffene Frauen oft den Gang zum Arzt und ziehen sich weitgehend vom Alltag und gesellschaftlichen Leben zurück. Die Gebärmuttersenkung ist jedoch keine schlimme Erkrankung, sondern gilt lediglich als Symptom einer Beckenbodenschwäche und ist gut behandelbar.

Behandlung der Gebärmutterabsenkung

Die geeignete Anlaufstelle ist der Frauenarzt. Anhand verschiedener gynäkologischer Untersuchungen kann festgestellt werden, ob eine Beckenbodenschwäche vorliegt, wie stark sich die Organe nach unten verlagert haben und welche Behandlungsmethode geeignet ist.

Bei einer leichten Gebärmuttersenkung empfiehlt sich regelmäßiges Beckenbodentraining, bei dem die schwache Beckenbodenmuskulatur gezielt gekräftigt wird. Das beugt nicht nur einer weiteren Absenkung der Organe vor, sondern hilft auch bei Harninkontinenz.

Sind Frauen in den Wechseljahren von dünner werdender Scheidenschleimhaut betroffen, können sich die Symptome der Gebärmuttersenkung verschlimmern. Zur Verringerung von Folgeerscheinungen wie Juckreiz, Harninkontinenz, Scheidenentzündungen und Harnwegsinfekte kann eine hormonhaltige Salbe verordnet werden.

Älteren oder geschwächten Frauen werden meist Scheidenpessare aus Silikon oder Kunststoff eingesetzt, um die Position von Gebärmutter und Scheide zu stabilisieren. Das Pessar muss alle sechs bis acht Wochen vom Frauenarzt ausgetauscht werden. Um eine Schädigung der Scheidenschleimhaut zu vermeiden, kann zusätzlich eine Östrogentherapie erfolgen.

Eine Operation ist meist nur bei schwerer Gebärmutter- oder Scheidensenkung und sehr starken Symptomen notwendig. Welche operative Maßnahme im Einzelfall geeignet ist, wird abhängig vom Grad der Senkung und den Beschwerden entschieden.

Gebärmuttersenkung vorbeugen

Um Gebärmutter- und Scheidensenkung vorzubeugen, empfiehlt es sich

  • Übergewicht zu vermeiden
  • möglichst nicht dauerhaft schwere Lasten zu heben
  • chronische Erkrankungen wie Verstopfung und Husten behandeln zu lassen
  • regelmäßig Sport zu treiben bzw. die Beckenbodenmuskulatur gezielt zu trainieren

Besonders das konsequente Beckenbodentraining hat sich zur Vorbeugung einer Gebärmuttersenkung und etwaiger Folgeerscheinungen wie Inkontinenz bewährt. Die Übungen sind einfach zu erlernen, sollten jedoch möglichst täglich absolviert werden.

Werdende Mütter können einer Gebärmuttersenkung durch Schwangerschaftsgymnastik bzw. nach der Entbindung durch regelmäßige Rückbildungsgymnastik vorbeugen.

Quellen