Bookmark

Honeymoon-Zystitis – die Blasenentzündung nach dem Sex

Wahrscheinlich hast du auch schon irgendwo gehört oder gelesen, dass Frauen nach dem Sex unbedingt pinkeln sollten. Und daran solltest du dich halten. Sonst kann es zu einer Blasenentzündung nach dem Sex kommen. Sie wird auch Honeymoon-Zystitis oder Flitterwochenkrankheit genannt. Wieso Frauen öfter daran leiden liest du hier. Im Video zeigen wir dir außerdem Tipps, die bei den Beschwerden helfen.

So kannst du eine Blasenentzündung vorbeugen
So kannst du eine Blasenentzündung vorbeugen
© Unsplash/ Gilles Desjardins

In diesem Artikel:

Was ist die Honeymoon-Zystitis & wie entsteht sie?

Das Wort Honeymoon-Zystitis bezeichnet ganz einfach eine Blasenentzündung (Zystitis), die nach dem Sex entsteht. Bakterien geraten in die Harnwege und die Harnblase und lösen dort eine Entzündung aus.

Von einer normalen Blasenentzündung unterscheidet sich die Flitterwochenkrankheit darin, dass Sex oft als Ursache gesehen wird. Wenn sich ein bis zwei Tage nach dem Sex die ersten Symptome der Blasenentzündung zeigen, handelt es sich wahrscheinlich um die Honeymoon-Zystitis.

Und so entsteht die Blasenentzündung nach dem Sex: Bakterien, die in der Vagina und im Darm normal vorkommen, gelangen durch Geschlechtsverkehr in die Harnröhre/Harnblase. Das liegt daran, dass Darm, Vagina und Harnröhre nicht weit voneinander entfernt sind.

Deswegen sind auch hauptsächlich Frauen von der Honeymoon-Zystitis betroffen. Die Harnröhre von Männern ist nämlich sehr lang (etwas 20 bis 25 Zentimeter). Deine Harnröhre ist nur zweieinhalb bis vier Zentimeter lang – der Weg zur Harnblase ist also deutlich kürzer.

Unnützes Wissen – daher kommt der Name!

Die Bezeichnung Honeymoon-Zystitis kommt aus der Zeit, in der Frauen ihr erstes Mal in der Hochzeitsnacht hatten. In den folgenden Tagen (also in den Flitterwochen/Honeymoon), kam es dann oft zu einer Blasenentzündung.

Blasenentzündung: Symptome

Eine Honeymoon-Zystitis kannst du ein den klassischen Symptomen einer Blasenentzündung erkennen. Sie können in verschiedenen Stärken vorkommen. Es können mehrere (aber meistens nicht alle) dieser Symptome auftreten:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • vermehrter Hahndrang (vor allem nachts)
  • (teils krampfartige) Schmerzen in der Blasengegend

Es gibt auch noch andere Symptome für eine Honeymoon-Zystitis, die du kennen solltest:

Muss die Honeymoon-Zystitis behandelt werden?

Eine unbehandelte Blasenentzündung kann ganz von allein wieder vergehen. Trotzdem können Medikamente die Flitterwochenkrankheit schneller eindämmen und die lästigen Symptome verhindern. Außerdem kann eine unbehandelte Honeymoon-Zystitis zu schwereren Erkrankungen wie beispielsweise einer Nierenbeckenentzündung führen. Deshalb solltest du bei Blasenentzündungs-Symptomen lieber einen Arzt aufsuchen. Wichtig: Vor allem bei sehr starken oder untypischen Symptomen wie verfärbtem Urin solltest es das ärztlich abklären lassen.

Durch eine Urinuntersuchung kann eine Blasenentzündung meist schnell diagnostiziert werden. Da die Honeymoon-Zystitis meist eine bakterielle Infektion ist, wird sie in der Regel mit einem Antibiotikum behandelt. Das musst du dann zwischen einem und sieben Tage lang einnehmen.

In seltenen Fällen können Pilze der Auslöser für die Flitterwochenkrankheit sein – in diesem Fall hilft ein Antibiotikum nicht – es wird ein Antimykotikum eingesetzt.

Die besten Tipps bei einer Blasenentzündung

Gibt es Hausmittel, die helfen können?

Natürlich gibt es auch viele Hausmittel, die gegen die Honeymoon-Zystitis helfen sollen:

  • Blasentees: In Nieren- oder Blasentees finden sich krampflösende und entzündungshemmende Wirkstoffe. Außerdem wirken die Tees harntreibend.
  • Genug trinken: Auch, wenn es weh tut, solltest du bei einer Blasenentzündung viel trinken – vor allem Wasser. Mit dem Urin werden so auch die Bakterien aus deiner Blase und Harnröhre gespült. Auch hier gibt es aber zu viel des Guten: wenn du zu viel trinkst, werden auch natürliche Abwehrstoffe deines Immunsystems durch den Urin rausgespühlt.
  • Wärme: Eine Wärmflasche wirkt krampflösend und entspannt deine Beckenmuskulatur – das dämpft die Symptome etwas ab.
  • Sitzbäder: Auch antibakterielle Sitzbäder können helfen, damit die Honeymoon-Zystitis schnell abklingt. Welche Wirkstoffe dafür geeignet sind, solltest du mit einem Arzt oder einer Apothekerin absprechen.
  • Homöopathische Mittel? Es gibt viele Globuli und andere homöopathische Mittel, die bei einer Blasenentzündung helfen sollen. Die Wirksamkeit ist allerdings nicht wissenschaftlich bestätigt. Also: Globuli können kein Antibiotikum ersetzen!

Es gibt auch Getränke, die deine Harnwege reizen. Bei einer bestehenden Honeymoon-Zystitis sollten sie also tabu sein. Dazu gehören Kaffee, Alkohol, zitrus- und zuckerhaltige Getränke wie Orangenlimo.

Kann ich eine Blasenentzündung vorbeugen?

Der Honeymoon-Zystitis kannst du vorbeigen, wenn auch nicht immer verhindern. Hier eine kleine Auswahl an Tipps die du (und dein Partner) beachten könnt:

  • Du solltest spätestens 15 Minuten nach dem Sex Wasser lassen.
  • Beim Sex solltet ihr nicht einfach zwischen Anal- und Vaginalsex wechseln – hier gilt: neues Kondom oder kurz Saubermachen.

Tipps, die grundsätzlich gegen eine Blasenentzündung helfen, können natürlich auch der Flitterwochenkrankheit vorbeugen:

  • Achte darauf, genug zu trinken und rechtzeitig auf die Toilette zu gehen.
  • Wische immer von vorne nach hinten – so gelangen keine Darm-Bakterien in die Harnröhre.
  • Die Nach-Hinten-Regel gilt auch für das Abtrocknen mit einem Handtuch.
  • Achte auf eine angemessene Intimhygiene (nicht zu wenig – aber auch nicht zu viel).
  • Ein gesundes Scheidenmilieu kann eine Blasenentzündung auch vorbeugen.
  • Sitze nicht unnötig lange auf kalten Untergründen und wechsle nasse Unterhosen oder Badehose schnell.
  • Cranberry gilt als ein bewährtes Hausmittel gegen eine Blasenentzündung, jedoch konnte die Wirksamkeit noch nicht bestätigt werden. Wenn du aber viel Cranberry-Tee trinkst, kann es zu einer Besserung kommen – weil du ja mehr trinkst.

Quellen