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HPV-Impfung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

vonConnie Gräf-Adams | freie Autorin
Frau bekommt HPV-Impfung
© Unsplash/ CDC

Bereits seit 2007 gibt es in Deutschland die Impfung zum Schutz junger Menschen vor Humanen Papillomviren (HPV), die zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheitserregern gehören. Alle wichtigen Fragen und Antworten rund um die HPV-Impfung findest du hier.

Wie sinnvoll ist eine HPV Impfung?

Infektionen mit HPV zählen auf der ganzen Welt zu den am häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Fast jeder Mensch steckt sich im Laufe seines Lebens mindestens einmal mit HP-Viren an.

Arten, Ansteckung und Co.

In rund 90 Prozent der Fälle heilt eine HPV-Infektion zwar ohne Beschwerden aus, kann der Körper die Krankheitserreger jedoch nicht abwehren, können einige HPV-Typen Genitalwarzen verursachen.

Andere HP-Viren, sogenannte Hochrisikotypen wie z.B. HPV 16 und 18, rufen Zellveränderungen hervor, aus denen sich Gebärmutterhalskrebs und weitere Krebserkrankungen entwickeln können.

Die Impfung schützt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vor einer HPV-Infektion und kann damit Krebserkrankungen, die durch HPV-Hochrisikotypen ausgelöst werden, verhindern. Zugleich besteht je nach Impfstoff auch ein Schutz vor Genitalwarzen.

In welchem Alter ist die HPV Impfung angeraten?

Da es sich bei HP-Viren um Krankheitserreger handelt, die beim Sexualverkehr übertragen werden, sollte die Impfung idealerweise vor der Aufnahme erster Sexualkontakte stattfinden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren.

HPV-Impfung:
Warum sollen auch Jungen geimpft werden?

Die HPV-Impfung schützt nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor Krebserkrankungen, die infolge einer HPV-Infektion bei Männern hervorgerufen werden können, wie z.B. Penis- und Analkrebs sowie Tumore in Mund und Rachen. Nach einer aktuellen Studie kann eine HPV-Infektion zudem eine Rolle bei der männlichen Fruchtbarkeit spielen.

Schätzungen zufolge treten bei Männern in Deutschland jährlich etwa 1.600 bis 2.300 Krebserkrankungen aufgrund einer HPV-Infektion auf. Seit 2018 wird der Impfschutz deshalb auch für Jungen empfohlen.

Nach Modellrechnungen können durch die HPV-Impfung von Jungen langfristig Tausende von Krebserkrankungen vermieden werden. Zudem lassen sich durch die Impfung beider Geschlechter auch die jeweiligen Partner vor entsprechenden Krebserkrankungen schützen.

Zwar liegen erste sexuelle Kontakte in diesem Alter noch in weiter Ferne, laut Studienergebnissen spricht die bessere Antikörper-Antwort jüngerer Mädchen jedoch für eine möglichst frühzeitige HPV-Impfung.

Jugendliche, die die Impfung noch nicht erhalten haben, können dies bis zur Beendigung des 17. Lebensjahres nachholen.

Eine HPV-Impfung ist auch dann noch sinnvoll, wenn schon erste Sexualkontakte stattgefunden haben.

Welche HPV Impfstoffe werden verabreicht?

Man kann in Deutschland zwischen zwei Impfstoffen wählen: Cervarix® und Gardasil®9. Der Unterschied zwischen den Impfstoffen besteht in der Anzahl der enthaltenen Antigene.

  • Cervarix® schützt vor den zwei häufigsten der insgesamt 13 potentiell krebsverursachenden HPV-Typen. Das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und andere Krebserkrankungen, die durch HPV ausgelöst werden können, kann mit Cervarix® um 70 Prozent gesenkt werden.
  • Gardasil®9 schützt vor sieben der 13 potentiell krebsauslösenden HPV-Typen. Damit lässt sich das Risiko für entsprechende Krebserkrankungen um 90 Prozent senken. Zusätzlich schützt Gardasil®9 auch vor Infektionen mit HPV 6 und 11, den häufigsten Erregern von Feigwarzen. Hier wird das Risiko ebenfalls um 90 Prozent gesenkt.

Wie viele Impftermine sind notwendig?

Findet die HPV-Impfung im empfohlenen Alter von 9 bis 14 Jahren statt, sind – unabhängig vom verabreichten Impfstoff – zwei Impfstoff-Dosen notwendig. Der Abstand zwischen den beiden Einzelimpfungen sollte mindestens 5 Monate betragen.

Ab einem Alter von 15 Jahren werden drei Impfstoff-Dosen verabreicht. Die zweite Impfdosis wird bei Cervarix® nach einem Monat, bei Gardasil®9 nach zwei Monaten verabreicht. Die dritte Einzelimpfung wird jeweils sechs Monate nach dem ersten Impftermin vorgenommen.

Von welchen Ärzten wird eine HPV Impfung durchgeführt?

Die HPV Impfung kann von Ärztinnen und Ärzten der Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendheilkunde, Gynäkologie, Urologie sowie weiteren impfberechtigten Medizinern anderer Fachrichtungen verabreicht werden.

Welche Nebenwirkungen können nach der HPV Impfung auftreten?

Die Impfung gilt als sicher und gut verträglich. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind bei den bislang 270 Millionen weltweit verabreichten Impfungen keinen schweren Nebenwirkungen aufgetreten, die zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung der Gesundheit geführt haben.

Häufigste Nebenwirkungen sind

Rötungen,
Schmerzen,
und Schwellung an der Einstichstelle.

Diese akuten Beschwerden treten nicht häufiger auf als bei üblichen Kinder-Impfungen und gehen innerhalb einiger Tage zurück.

Da es manchen Jugendlichen bei der Impfung schwindelig wird, sollte der Impfstoff nur im Sitzen oder Liegen verabreicht werden. Bei dem Schwindelgefühl handelt es sich um eine typische Reaktion des Kreislaufs, die nicht durch die Impfung selbst, sondern durch Anspannung oder Angst in der Impfsituation entstehen kann.

Was kostet eine HPV Impfung für Erwachsene?

HPV-Impfstoffe sind zwar auch für erwachsene Männer und Frauen zugelassen, meistens muss die Impfung jedoch selbst bezahlt werden. Die exakten Kosten für die bei Erwachsenen notwendige dreistufige Impfung sind bei der jeweiligen Praxis zu erfragen, insgesamt ist mit etwa 160 Euro pro Einzelimpfung zu rechnen.

Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Eine Anfrage bei der Versicherung kann sich also lohnen.

Deine Fragen zur HPV-Impfung

Wie lange hält der Impfschutz an? Braucht man eine Auffrischungsimpfung?

Stellt die Nutzung von Kondomen eine Alternative zur HPV-Impfung dar?

Quellen

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