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Progesteronmangel: Symptome und Behandlung

vonSonja Hagl

Progesteron reguliert deinen Zyklus und ist bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft wichtig. Wie es zu einem Progesteronmangel kommt, welche Beschwerden er auslöst und was du dagegen tun kannst.

vonSonja Hagl
© Bigstock/ Ekaterina79

Welche Aufgaben erfüllt Progesteron?

Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon. Produziert wird es in den Eierstöcken im Follikel – zu Beginn einer Schwangerschaft im Gelbkörper. In der Schwangerschaft produzierten die Plazenta und die Nebenniere auch kleine Anteile des Hormons.

Progesteron hat eine wichtige Aufgabe: Das Hormon baut die Gebärmutterschleimhaut zur Vorbereitung auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle auf. Es regelt also deinen Menstruationszyklus. Nach deinem Eisprung wird viel Progesteron produziert – dein Progesteronspiegel steigt. Das hilft, die Gebärmutterschleimhaut zu verdicken und sie zu erhalten. In dieser Zeit könnte sich eine Eizelle einnisten.

Wenn es nicht zu einer Schwangerschaft kommt, wird die Produktion des Hormons eingestellt und die Periode tritt ein – in diesem Zusammenhang tritt häufig auch PMS auf.

Bei einer Gelbkörperschwäche wird weniger Progesteron produziert – es kommt also zu einem Progesteronmangel, der Beschwerden auslösen kann.

Symptome: Wie kann ich Progesteronmangel erkennen?

Die Symptome von einem Mangel an Progesteron sind sehr vielfältig – und leider meistens nicht eindeutig als solche zu erkennen. Unter anderem können diese Beschwerden auftreten:

  • Verkürzte zweite Zyklushälfte: Statt vierzehn Tagen dauert sie zwölf oder weniger Tage
  • Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte
  • Vielleicht bleibt die Periode auch ganz aus, da gar keine Schleimhaut aufgebaut wurde.
  • starkes PMS
  • Schlafstörungen
  • starkes Schwitzen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Blasenschwäche
  • kalte Hände und Füße
  • geschwollene Finger
  • Stimmungsschwankungen, Angstzustände oder depressive Verstimmungen

Kann das gefährlich werden?

Meistens ist ein Progesteronmangel ungefährlich für Frauen. Durch den Mangel kann es aber zu Veränderungen in der Gebärmutter, Myomen und Zysten kommen. Außerdem kann der Mangel eine Ursache für einen Eisenmangel sein.

Problematisch wird es erst in der Schwangerschaft. Denn hier kann der Progesteronmangel eine Fehlgeburt begünstigen – wenn die Schleimhaut die Eizelle nicht mehr halten kann.

Wieso habe ich einen Progesteronmangel? Ursachen

Der Mangel an Progesteron kann verschiedene Ursachen haben:

  • Absetzen der Anti-Baby-Pille: Nach dem Pillenstopp ist dein Hormonhaushalt vielleicht etwas durcheinander. Es kann einige Wochen oder Monate dauern, bis deine Hormone wieder im Gleichgewicht sind.
  • PCO-Syndrom: Auch bei einem Polyzystischen Ovarialsyndrom kann ein Progesteronmangel vorkommen.
  • Störung der Nieren, Schulddrüse, Bauchspeicheldrüse oder des Darms
  • Geschädigte Eierstöcke – beispielsweise in Folge einer unbehandelten Infektion.
  • Beginn der Wechseljahre

Der Mangel kann also durch eine harmlose Hormonveränderung oder eine Erkrankung, die behandelt werden sollte, entstehen. Deswegen gilt: Bei Unsicherheiten oder zusätzlichen Symptomen solltest du dich an einen Arzt wenden und Erkrankungen oder Störungen ausschließen lassen.

Was macht der Arzt?

Durch eine Blut- oder Speicheluntersuchung kann dein Arzt einen Progesteronmangel leicht feststellen. Und dann kann auch schon die Behandlung beginnen.

Meistens bekommen Frauen Medikamente, die ein gering dosiertes Östrogen enthalten. Das hebt den Progesteron-Spiegel – außerdem kommt es selten zu Nebenwirkungen. Vielleicht verschreibt dein Arzt dir auch eine Progesteroncreme.

Alternative Behandlung

Viele Ärzte raten zu Mönchspfeffer. Mehrere kleine Studien deuten darauf hin, dass dieser eine Wirkung hat.

Hier gilt aber: Nie ohne vorherige Absprache mit deinem Arzt einnehmen. Denn Schwangere oder Frauen, die bestimmte Medikamente nehmen, sollten keinen Mönchspfeffer zu sich nehmen.

Was kann ich selbst tun? Natürliches Progesteron

Eine gesunde Lebensweise ist das Beste, was du für dich selbst tun kannst. Die richtige Ernährung und Sport können die Produktion des Gelbkörperhormons anregen.

Es gibt außerdem einige Lebensmittel, die natürliches Progesteron enthalten:

  • Getreide und Samen: Buchweizen, Hafer, Leinsamen, Reis, Sesam, Weizen und Sonnenblumenkerne
  • Nüsse: Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln und Pistazien
  • Obst: Ananas, Banane, Zitrone, Beeren, Pfirsich, Feige, Wassermelone, Sauerkirsche
  • Gemüse: Bohnen, Erbsen, Tomaten, Spargel, Gurke, Kartoffel, Mais, Sellerie, Karotten, Knoblauch, Kopfsalat
  • Gewürze und Kräuter: Weinrebe, Wasserkresse, Scharfgarbe, Honigklee, Frauenmantel, Küchenschelle, Nachtkerze

Quellen

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