Bookmark

Progesteronmangel: Symptome & Behandlung

© Bigstock/ Ekaterina79

Progesteron reguliert deinen Zyklus und ist in der Schwangerschaft wichtig. Wie es zu einem Progesteronmangel kommt, welche Beschwerden eine Gelbkörperschwäche auslöst und was du dagegen tun kannst.

Welche Funktion hat Progesteron?

Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon. Produziert wird es in den Eierstöcken im Follikel – und zu Beginn einer Schwangerschaft im Gelbkörper. In der Schwangerschaft produzieren auch Plazenta und Nebenniere  einen Anteil des Hormons.

Progesteron hat eine wichtige Aufgabe: Das Hormon baut die Gebärmutterschleimhaut zur Vorbereitung auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle auf. Es regelt also deinen Menstruationszyklus.

 

Nach deinem Eisprung wird viel Progesteron produziert – dein Progesteronspiegel steigt. Das hilft, die Gebärmutterschleimhaut zu verdicken und sie zu erhalten. In dieser Zeit könnte sich eine Eizelle einnisten.

Wenn es nicht zu einer Schwangerschaft kommt, wird die Produktion des Hormons eingestellt und die Periode tritt ein – in diesem Zusammenhang tritt häufig auch PMS auf.

Ursachen und Behandlung

Die Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz) ist eine Funktionsstörung der Eierstöcke und einer der Hauptgründe für einen unerfüllten Kinderwunsch. Bei einer Gelbkörperschwäche wird weniger Progesteron produziert – es kommt also zu einem Progesteronmangel, der Beschwerden auslösen kann.

Woher weiß ich, ob ich eine Gelbkörperschwäche habe?

Die Symptome von einem Mangel an Progesteron sind sehr vielfältig – und leider meistens nicht eindeutig als solche zu erkennen.

Welche Symptome bei Progesteronmangel?

Unter anderem können diese Beschwerden bei einer Gelbkörperschwäche auftreten:

  • Verkürzte zweite Zyklushälfte: Statt ca. 14 dauert sie zwölf oder weniger Tage
  • Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte
  • Vielleicht bleibt die Periode auch ganz aus, da gar keine Schleimhaut aufgebaut wurde.
  • starkes PMS
  • Schlafstörungen
  • starkes Schwitzen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Blasenschwäche
  • kalte Hände und Füße
  • geschwollene Finger
  • Stimmungsschwankungen
  • Angstzustände
  • depressive Verstimmungen

Welche Auswirkungen hat Progesteronmangel?

Meistens ist ein Progesteronmangel ungefährlich für Frauen. Durch den Mangel kann es aber zu Veränderungen in der Gebärmutter, Myomen und Zysten kommen. Außerdem kann der Mangel an Progesteron einen Eisenmangel begünstigen, der Schwindel, Müdigkeit und Co. auslösen kann.

Problematisch wird es erst in der Schwangerschaft. Denn hier kann die Gelbkörperschwäche eine Fehlgeburt begünstigen – wenn die Schleimhaut die Eizelle nicht mehr halten kann.

Wie macht sich Progesteronmangel in den Wechseljahren bemerkbar?

In den Wechseljahren kann eine Gelbkörperschwäche die typischen Wechselbeschwerden wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme verstärken.

Da Progesteron eine wasseraustreibende Wirkung hat, können vor allem vermehrte Wassereinlagerungen und Spannung in der Brust auf einen Mangel hinweisen.

Wieso habe ich eine Gelbkörperschwäche? Ursachen

Der Mangel an Progesteron kann verschiedene Ursachen haben:

  • Absetzen der Anti-Baby-Pille: Nach dem Pillenstopp ist dein Hormonhaushalt vielleicht etwas durcheinander. Es kann einige Wochen oder Monate dauern, bis deine Hormone wieder im Gleichgewicht sind.
  • PCO-Syndrom: Auch bei einem Polyzystischen Ovarialsyndrom kann ein Progesteronmangel vorkommen.
  • Störung der Nieren, Schulddrüse, Bauchspeicheldrüse oder des Darms
  • Geschädigte Eierstöcke – beispielsweise in Folge einer unbehandelten Infektion.
  • Beginn der Wechseljahre

Wann sollte man den Progesteronspiegel überprüfen lassen?

Der Mangel kann also durch eine harmlose Hormonveränderung oder eine Erkrankung, die behandelt werden sollte, entstehen.

Deswegen gilt: Bei Unsicherheiten oder zusätzlichen Symptomen solltest du dich an einen Arzt wenden und Erkrankungen oder Störungen ausschließen lassen.

Was macht der Arzt?

Durch eine Blut- oder Speicheluntersuchung kann dein Arzt eine Gelbkörperschwäche leicht feststellen. Und dann kann auch schon die Behandlung beginnen.

Meistens bekommen Frauen Medikamente, die ein gering dosiertes Östrogen enthalten. Das hebt den Progesteron-Spiegel – außerdem kommt es selten zu Nebenwirkungen.

Vielleicht verschreibt dein Arzt dir auch eine Progesteroncreme.

Viele Ärzte raten auch zu Mönchspfeffer.

 

Mehrere kleine Studien deuten darauf hin, dass dieser eine hilfreiche Wirkung haben kann.

Hier gilt aber: Nie ohne vorherige Absprache mit deinem Arzt einnehmen. Denn Schwangere oder Frauen, die bestimmte Medikamente nehmen, sollten keinen Mönchspfeffer zu sich nehmen.

Was kann man gegen Progesteronmangel tun?

Eine gesunde Lebensweise ist das Beste, was du für dich selbst tun kannst. Die richtige Ernährung und Sport können die Produktion des Gelbkörperhormons anregen.

Es gibt außerdem einige Lebensmittel, die natürliches Progesteron enthalten.

 

Welche Lebensmittel enthalten viel Progesteron?

  • Getreide und Samen: Buchweizen, Hafer, Leinsamen, Reis, Sesam, Weizen und Sonnenblumenkerne
  • Nüsse: Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln und Pistazien
  • Obst: Ananas, Banane, Zitrone, Beeren, Pfirsich, Feige, Wassermelone, Sauerkirsche
  • Gemüse: Bohnen, Erbsen, Tomaten, Spargel, Gurke, Kartoffel, Mais, Sellerie, Karotten, Knoblauch, Kopfsalat
  • Gewürze und Kräuter: Weinrebe, Wasserkresse, Scharfgarbe, Honigklee, Frauenmantel, Küchenschelle, Nachtkerze

Quellen

Top