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Psychosomatische Störungen – körperliche Symptome ohne organische Ursache

Psychosomatische Beschwerden lassen sich nicht nur auf körperliche, sondern auch auf psychische Ursachen zurückführen. Erfahre mehr rund um die Psychosomatik und was du selbst tun kannst.

Bei psychosomatischen Beschwerden gilt: Genau hinschauen.
Bei psychosomatischen Beschwerden gilt: Genau hinschauen.
Unsplash / Mathieu Stern

Eigentlich unterscheiden Mediziner Erkrankungen streng nach Körper und Psyche. Das heißt, für körperlichen Beschwerden gibt es eine körperliche Ursache, bei psychischen Erkrankungen sind die Auslöser psychisch.

Doch was passiert, wenn eine körperliche Erkrankung oder Symptom auf einer psychischen Ursache basiert? Gibt es das überhaupt, und wenn ja, wie kann man das diagnostizieren?

Was ist Psychosomatik?

Der Begriff Psychosomatik setzt sich aus den griechischen Wörtern Psyche, zu Deutsch etwa Seele, und Soma, zu Deutsch Körper, zusammen.

Die Psychosomatik ist ein Teilgebiet der Medizin und betrachtet Erkrankungen ganzheitlich. Sprich: Es wird der Körper, die Psyche und die Emotionen mit einbezogen, wenn es darum geht, eine Erkrankung zu diagnostizieren und die Ursachen zu finden.

Welche psychosomatischen Störungen gibt es?

Die Psyche hat nachweisbar Einfluss auf das körperliche Befinden und kann verschiedenen Beschwerden auslösen. Diese Symptome sind keinesfalls psychisch, sondern auch körperlich sehr real.

Das spiegelt sich sogar in unseren Redewendungen: etwas schlägt auf den Magen, ein gebrochenes Herz und etwas stößt uns sauer auf.

Vielleicht kennst du das von dir, dass dir beispielsweise Stress auf den Magen schlägt oder deinen Darm so sehr belastet, dass du Durchfall bekommst. Vielleicht bekommst du, wenn du emotional angespannt bist, Schluckauf. So, als ob dein Körper dir deutlich macht, dass du deinen Ärger nicht runterschlucken, sondern rauslassen sollst.

Besonders deutlich wird der Einfluss bei der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie, auch als Syndrom des gebrochenen Herzens bekannt. Dieses wird durch schwere emotionale Belastungen, etwa bei dem Ende einer Beziehung, ausgelöst. Es äußert sich durch Symptome, die an einen Herzinfarkt erinnern. Rund fünf Prozent der Betroffenen sterben sogar an diesem „gebrochenen Herzen“.

Es gibt einige Diagnosen, die am besten in der psychosomatischen Behandlung aufgehoben sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Burn-out
  • Boreout
  • Anorexie
  • Bulimie
  • Schlafstörungen
  • chronische Schmerzen

Warum ist die Diagnose so schwer zu stellen?

Für die meisten ist im Falle einer Krankheit der Hausarzt die erste Anlaufstation. Doch gerade bei psychosomatischen Beschwerden tappen Ärzte oft länger im Dunklen. Denn durch die geteilte Sichtweise auf Erkrankungen – entweder körperlich oder psychisch – vermuten viele bei körperlichen Beschwerden zunächst eine körperliche Ursache.

Das heißt, wenn du beispielsweise mit Bauchschmerzen und Durchfall zum Arzt gehst, wird zuerst das Naheliegende vermuten, z.B. eine Infektion oder ein Problem mit deiner Ernährung. Dich nach deinem Stresslevel zu fragen – das ist meist erst der 2. Schritt. Wenn überhaupt.

5 Tipps für eine bessere Verdauung

Das ist ja auch richtig, schließlich hängen Beschwerden rund um Magen-Darm-Trakt oftmals mit der Verdauung zusammen. Aber eben nicht ausschließlich. Daher kommt auf manche Patienten mit unklaren Symptomen oftmals eine lange Wartezeit mit verschiedenen Arztbesuchen zu – bis ein Spezialist vielleicht doch noch die Ursache entdeckt.

Daher ist es für dich gut zu wissen, dass du bei wiederkehrenden Symptomen darauf achtest, ob diese auch mit psychischen Ursachen zusammenhängen könnten.

Wenn du aufgrund von Beschwerden beim Arzt bist, kannst du diesem über deine psychische Situation aufklären, sodass er um diese Faktoren weiß und bei seiner Diagnose miteinbeziehen kann.

Was kannst du aktiv bei psychosomatischen Beschwerden tun?

Wenn bereits körperliche Ursachen ausgeschlossen sind, wendest du dich am besten direkt an einen Spezialisten, einen Facharzt oder Fachärztin für psychosomatische Medizin.

Eine entsprechende Klinik- und Ärzteliste findest du beispielsweise hier:

Außerdem kannst du versuchen, dich selbst positiv zu beeinflussen. Das gelingt beispielsweise mit allem, was dir Spaß macht, dich positiv stimmt und dich entspannen lässt.

Versuche erst einmal für dich selbst eine Liste zu erstellen, mit allem was dich positiv beeinflusst. Das kann z.B. sein:

  • Sport
  • Lesen
  • ein Bad in deiner Wanne
  • Fingernägel lackieren
  • Musik hören
  • spazieren gehen
Kannst du vergessen!

Du siehst, deine Liste kannst du mit allem füllen, was dir ein Lächeln auf die Lippen zaubert.  Im nächsten Schritt versuchst du die Sachen auf deiner Liste zu planen, soweit du das in deiner momentanen Situation kannst.

Wichtig: Das soll auf keinen Fall bedeuten, dass Betroffene von psychischen Erkrankungen, wie Depression oder mit einem Trauma, diese einfach „weglachen“ können. Eine medizinische Behandlung ist grundlegend und wichtig, um mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen zurechtzukommen.

Quellen