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Scheidenpilz: Symptome, Ursachen und Behandlung

Viele Frauen haben mindestens einmal im Leben einen Scheidenpilz, nicht nur, wenn sie zu Scheidentrockenheit neigen. Wie du die Pilzinfektion erkennen kannst und, welche Mittel helfen können, erfährst du hier!

Diese Mittel helfen gegen einen Scheidenpilz
Diese Mittel helfen gegen einen Scheidenpilz
© Unsplash/ Michel Stockman

Laut Schätzungen vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) haben bis zu 75 Prozent der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben einen Scheidenpilz. Die Pilzinfektion ist damit – nach einer bakteriellen Infekton – die zweithäufigste Ursache für eine Entzündung der Scheide.

Risikofaktoren für Scheidenpilz

Auslöser der Infektion sind durch Hefepilze (Candida albicans). In der natürlichen Scheidenflora kommen sie in geringer Zahl vor und führen auch nicht zu Beschwerden. Denn Milchsäurebakterien, die für ein saures Scheidenmilieu sorgen, verhindern unter anderem, dass sich die Hefepilze zu stark vermehren und zu Problemen führen.

Wird die empfindliche Scheidenflora durcheinandergebracht, kann schnell zu einer Hefepilz-Infektion kommen. Diese Faktoren können begünstigend wirken.

  1. geschwächtes Immunsystem
    Frauen deren Abwehrkräfte geschwächt sind, sind häufig anfälliger für Scheidenpilzinfektionen
  2. Hormonschwankungen
    Besonders in der Pubertät und Schwangerschaft kommt eine Scheidenpilzinfektion oft vor – beispielsweise ist der Östrogenspiegel in der Schwangerschaft erhöht. Wenn Frauen nach den Wechseljahren einen Scheidenpilz bekommen, hängt das oft mit der Einnahme von östrogenhaltigen Mitteln zusammen.
  3. Anti-Baby-Pille
    Auch die Pille verändert den Hormonhaushalt – ähnlich wie eine Schwangerschaft. Wenn du mit der Pille verhütest, kann das mit einem erhöhten Risiko für einen Scheidenpilz einhergehen.
  4. Zu wenig Intimhygiene
    Eine schlechte Intimhygiene beeinflusst die Scheidenflora beeinflussen und Pilzinfektion en begünstigen.
  5. Übertriebene Intimhygiene
    Auch zu viel Hygiene kann sich negativ auswirken: Regelmäßige Scheidenspülungen mit beispielsweise parfümierten Seifen bringen die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht und begünstigen einen Scheidenpilz.
  6. Die falsche Wischtechnik beim Toilettengang
    Wird das Toilettenpapier von hinten nach vorne gewischt, dann können Keime aus dem Darm zur Scheide hin befördert werden, was oft einen Scheidenpilz begünstigt.
  7. Bestimmte Erkrankungen
    Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen, können eine Pilzinfektion der Scheide begünstigen.
  8. Medikamente
    Verschiedene Medikamente wie Antibiotika oder Kortison können eine Scheideninfektion begünstigen. Auch Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie können einen Scheidenpilz fördern.
  9. Ansteckung beim Sex
    Du kannst auch eine Scheideninfektion bekommen, wenn du beispielsweise ungeschützten Sex mit einem Mann hast, der eine Pilzinfektion der Eichel hat.
  10. Die falsche Unterwäsche (enganliegend und synthetisch), starkes Schwitzen im Intimbereich, Stress und das Verwenden von luftdichten Binden und Slip-Einlagen können das Risiko für einen Scheidenpilz erhöhen.

Welche Symptome verursacht der Scheidenpilz?

Meistens sind bei einer Pilzinfektion im Genitalbereich sowohl Scheide als auch Scheideneingang befallen. Folgende Beschwerden können dabei auftreten:

  • Juckreiz im Scheidenbereich
  • Brennen
  • gelblich-weißer Ausfluss – oft auch von bröckeliger Konsistenz
  • gerötete und geschwollene Vulva
  • Schuppen oder Bläschen auf der Hautoberfläche

Übrigens: Eine Scheideninfektion kann auch ganz ohne Beschwerden oder nur geringen Beschwerden einhergehen. Nur sehr selten sind die Symptome so stark, dass eine intensive Behandlung notwendig ist.

Wann muss ich zum Arzt?

Eine Pilzinfektion lässt sich manchmal ohne eine ärztliche Untersuchung behandeln. Du solltest aber deinen Arzt aufsuchen, wenn…

  • …du dir nicht sicher bist, ob es wirklich ein Scheidenpilz ist (vielleicht hast du die Symptome falsch gedeutet und es handelt sich um etwas anderes)
  • …die Symptome durch die Hausmittel nicht innerhalb von etwa drei Tagen verschwinden.
  • …die Symptome schlimmer werden.
  • …du das erste Mal einen Scheidenpilz hast.
  • …die Pilzinfektion sehr oft (mehr als vier Mal im Jahr) auftritt – dann sollten Grunderkrankungen ausgeschlossen werden und gegebenenfalls die Verhütung angepasst werden.
  • …andere Beschwerden wie Schmerzen, Fieber und blutiger Ausfluss dazukommen.
  • …du schwanger bist.

Kann ein Scheidenpilz gefährlich werden?

In der Regel ist eine Pilzinfektion der Scheide nicht gefährlich für Frauen. Manchmal kann der Scheidenpilz aber immer wieder kommen – das wird dann als chronische Scheidenpilzinfektion bezeichnet. Jedoch gibt es auch hierfür Medikamente und Cremes.

Mittel gegen Scheidenpilz

Nicht jede Pilzinfektion der Scheide muss zwangsweise (mit Medikamenten) behandelt werden. Manche Infektionen verlaufen ohne Symptome und verschwinden auch mehr oder weniger von selbst wieder.

Zeigen sich allerdings Symptome, solltest du etwas tun. Deswegen findest du hier ein paar Mittel gegen Scheidenpilz – sollte es nach drei Tagen trotzdem nicht zur Besserung kommen, solltest du dir von deinem Arzt ein Medikament verschreiben lassen.

  • Sitzbäder lindern den Juckreiz
  • Schamhaare kürzen (nicht rasieren) – dadurch wird die Haut im äußeren Genitalbereich geschont
  • Der Verzicht auf Sex schont die Haut im Genitalbereich und die Schleimhäute.
  • Auf Intimhygiene achten, damit sich der Pilzbefall nicht weiter ausbreitet.
  • Haut im Genitalbereich trocken halten.

Vorsicht! Bevor du Hausmittel und alternative Behandlungen für einen Scheidenpilz benutzt, solltest du dich informieren. Denn im Internet kursieren viele Hausmittel, die nicht funktionieren und deine Schleimhäute sogar noch mehr reizen können. In Joghurt getränkte Tampons, Teebaumöl, Knoblauch sind Beispiele dafür. Auch eine zuckerarme Ernährung hat keinen Einfluss auf einen Scheidenpilz.

Medikamente gegen Scheidenpilz

In der Apotheke gibt es viele verschiedene sogenannte Antimykotika – also Antipilzmittel. Manche davon sind auch rezeptfrei erhältlich. Meistens genügt hier eine lokale Behandlung mit Cremes für den äußeren Genitalbereich und vaginale Zäpfchen. Die Behandlung damit dauert zwischen zwei Tagen und einer Woche. Dein Arzt oder deine Apothekerin kann dir bei der Auswahl des richtigen Präparats helfen.

Wenn die Behandlung mit Cremes und Zäpfchen nicht ausreicht, wird dein Arzt dir Tabletten mit pilzabtötenden Stoffen verschreiben. Auch bei immer wiederkehrendem Scheidenpilz ist eine Behandlung mit Tabletten oft hilfreich.

Kann man einen Scheidenpilz vorbeugen?

Mit ein paar Grundregeln kannst du vorbeugen, dass eine Infektion gar nicht erst auftritt:

  • Die richtige Intimhygiene: Die tägliche Reinigung mit Wasser und einem sanften Tuch reicht aus.
  • Beim Toilettengang von vorne nach hinten abwischen.
  • Sex mit Kondom – vor allem bei oft wechselnden Partnern
  • Unterwäsche aus Baumwolle oder anderen luftdurchlässigen Stoffen tragen.
  • Die Scheidenflora gezielt aufbauen.
  • Luftdurchlässige und nicht parfümierte Binden und Slipeinlagen benutzen.
  • Verschwitzte Unterwäsche oder nasse Badesachen rechtzeitig wechseln.
Was tun bei ...

Scheidenpilz in der Schwangerschaft – das solltest du beachten

In der Schwangerschaft verändert sich auch die Hormonkonzentration in deinem Körper – das begünstigt auch das Wachstum von Hefepilzen in der Scheide. Laut dem IQWiG werden bei rund 30 Prozent aller Frauen gegen Ende der Schwangerschaft Hefepilze gefunden, die einen Scheidenpilz auslösen können. Durch eine vaginale Geburt können die Pilze über den Mund an das Kind weitergegeben werden und eine Pilzinfektion auslösen. Für Frühchen kann das sogar tödlich enden.

Seit 2004 gibt es auch erste Hinweise darauf, dass ein Scheidenpilz das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen könnte. Detaillierte Untersuchungen gibt es hierfür allerdings noch nicht. Trotzdem wird eine Pilzprophylaxe schwangeren Frauen ab der 34. Schwangerschaftswoche empfohlen, um mögliche Probleme rechtzeitig behandeln zu können.

Quellen