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Dreimonatsspritze: Nebenwirkungen und Sicherheit der Verhütungsspritze

Die Dreimonatsspritze gilt als sehr sicher – aber auch reich an Nebenwirkungen. Hier liest du, wie die Verhütungsspritze angewendet wird und wie sicher sie wirklich ist. Wir zeigen dir außerdem die Vor- und Nachteile dieser Verhütungsmethode und beantworten deine Fragen zu Kosten und Nebenwirkungen.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick findest du außerdem im Video.

Die wichtigsten Infos zur Dreimonatsspritze - auf einen Blick
Die wichtigsten Infos zur Dreimonatsspritze - auf einen Blick
© Unsplash/ Cathryn Lavery

So wirkt die Dreimonatsspritze

Ein kleiner Piekser und du bist drei Monate vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt – das verspricht die Dreimonatsspritze, umgangssprachlich auch 3-Monatsspritze oder Verhütungsspritze genannt.

Die Spritze ist ein hormonelles Verhütungsmittel. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) enthält die Dreimonatsspritze das Hormon Gestagen, das den Eisprung verhindert und den Gebärmutterhalsschleim verdickt. Spermien können dann nicht mehr zur Gebärmutter vordringen, sterben ab und können keine Schwangerschaft auslösen.

Zusätzlich wird durch die Gestagene in der Verhütungsspritze die Gebärmutterschleimhaut nur ungenügend aufgebaut – damit sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.

Anwendung der Depotspritze

Verabreicht wird die erste Verhütungsspritze innerhalb der ersten fünf Tage der Monatsblutung. Der Arzt spritzt dir den Wirkstoff in den Oberarm- oder Gesäßmuskel. Da wird der Wirkstoff ‚eingelagert‘ und dann langsam ins Blut abgegeben. Aus diesem Grund wird die Dreimonatsspritze auch Depotspritze genannt.

Da die Wirkung mit der Zeit nachlässt, müssen die Hormone alle drei Monate erneut gespritzt werden – daher auch der Name.

Wie lange dauert es bis die 3-Monatsspritze wirkt?

Die erste Spritze beginnt nach etwa zehn Tagen zu wirken – deine nächste Spritze nach drei Monaten wirkt dann aber sofort.

Wie sicher ist die Verhütungsspritze?

Bei allen Verhütungsmethoden wollen Frauen erstmal wissen, wie sicher das Mittel ist. Also: Wie sicher ist die 3-Monatsspritze? Sie ist sehr effektiv.

Der sogenannte Pearl-Index ist ein Maß für die Zuverlässigkeit von Verhütungsmethoden. Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer ist die Methode. Die Dreimonatsspritze hat laut dem Berufsverband der Frauenärzte e.V. einen Pearl-Index von 0,2 bis 1,4.

Das bedeutet, dass von 1.000 Frauen zwei bis 14 innerhalb eines Jahres trotz Verhütung mit der Dreimonatsspritze schwanger werden. Damit gilt die Verhütungsspritze als sicheres Verhütungsmittel – so ist sie ähnlich wirksam wie die Pille. Hier liegt der Pearl Index bei 0,1 bis 0,9. Zum Vergleich: Das Kondom hat einen Pearl-Index zwischen zwei und 12.

Vorteile der Dreimonatsspritze

Hier findest du eine kurze Auswahl an Vorteilen, die eine Verhütungsspritze gegenüber anderen Verhütungsmethoden hat:

  • Sie ist sicher
    Wie oben bereits erklärt, fällt die Dreimonatsspritze in die Kategorie der sicheren Verhütungsmittel.
  • Durchfall und Erbrechen beeinträchtigen die Wirkung nicht
    Frauen, die die Pille nehmen, müssen vorsichtig sein, wenn sie erbrechen oder Durchfall haben. Denn das kann die Wirksamkeit der Pille verringern. Bei der Spritze ist das nicht der Fall.
  • Die Spritze ist eine gute Alternative bei Unverträglichkeiten
    Die Verhütungsspritze eignet sich gut für Frauen, die wegen Krankheiten oder Unverträglichkeiten andere Verhütungsmethoden nicht einnehmen können.
  • Du kannst nicht viel falsch machen
    Bei der Dreimonatsspritze musst du keine Angst haben, dass du etwas falsch machst: Denn die Spritze wird dir ja vom Arzt gegeben.
  • Es kann sein, dass deine Monatsblutung ausfällt
    Einige Frauen liebe diese Nebenwirkung der Verhütungsspritze: Bei manchen Frauen bleibt die Monatsblutung nach einigen Wochen nämlich ganz aus oder wird weniger stark.
  • Du musst nicht jeden Tag daran denken
    Im Gegensatz zur Pille musst du mit Langzeitverhütungsmitteln wie der Spritze nicht jeden Tag an deine Verhütung denken.

Nachteile der Dreimonatsspritze

Wie bei allen anderen Verhütungsmethoden gibt es natürlich auch bei der Verhütungsspritze Nachteile, die du kennen solltest. Hier sind die Wichtigsten zusammengefasst:

  • Bestimmte Medikamente können die Wirkung beeinträchtigen
    Laut der Apotheken-Umschau gibt es einige Medikamente, wie zum Beispiel bestimmte Antibiotika, die den Verhütungsschutz der Depotspritze verringern können.
  • Kein langfristiger Schutz
    Wenn du einen Termin zum Spritzen mal vergisst, lässt der Schutz nach rund 13 Wochen nach und ist irgendwann ganz weg.
  • Kein spontanes Absetzen möglich
    Der dreimonatige Rhythmus der Verhütungsspritze lässt ein spontanes Absetzen nicht zu. Du musst in jedem Fall erst warten, bis der Schutz nachlässt – und das kann dauern.
  • Es kann dauern, bis du einen regelmäßigen Eisprung bekommst
    Frauen mit Kinderwunsch sollten sich außerdem darüber im Klaren sein, dass der regelmäßige Eisprung nach Absetzen der Dreimonatsspritze möglicherweise erst wieder nach circa zwei Jahren einsetzen könnte.
  • Kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten
    Die Verhütungsspritze schützt natürlich auch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Das HIV-Risiko kann steigen
    In Afrika wurde eine Studie durchgeführt, die zeigte, dass die Ansteckungsgefahr mit dem HI-Virus bei der Dreimonatsspritze höher ist, als zum Beispiel bei der Pille. Dazu muss man sagen, dass die Ansteckungsgefahr auf dem afrikanischen Kontinent generell höher ist, da mehr Menschen infiziert sind als in Europa. Dennoch sollte dieser Fakt in die Entscheidung für oder gegen die Dreimonatsspritze eingehen.
  • Verträglichkeit
    Nicht jede Frau verträgt die hohe Hormondosis der Dreimonatsspritze. Es kann zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen, auf die im nächsten Abschnitt im Detail eingegangen wird.

Dreimonatsspritze: Nebenwirkungen

Einige Frauen klagen über:

  • eine unregelmäßige Periode oder das gänzliche Ausbleiben der Monatsblutung
  • Schmier- und Zwischenblutungen
  • starke Gewichtszunahme
  • Depressionen
  • sexuelle Unlust
  • Kopf- und Bauchschmerzen
  • Nervosität
  • Schwindel
  • Hautprobleme
  • Übelkeit
  • Haarausfall

Der Berufsverband der Frauenärzte weist außerdem auf das hohe Risiko für Osteoporose, also eine Verminderung der Knochendichte, hin.

Wenn bei dir Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze aufkommen, solltest du dich auf jeden Fall von deinem Arzt beraten lassen.

Für wen eignet sich die Dreimonatsspritze (nicht)

Die Verhütungsspritze eignet sich zum Beispiel für Frauen, die keine östrogenhaltigen Medikamente einnehmen dürfen oder wollen. Die BZgA weist darauf hin, dass die Depotspritze „für Frauen, die aufgrund einer bestimmten Krankheit (zum Beispiel Sichelzellenanämie) und/oder der Einnahme von Medikamenten kein anderes hormonelles Verhütungsmittel vertragen“ eine Alternative bieten kann.

Bei bestimmten Krankheiten wie Blutkrebs oder Lebererkrankungen sowie bestimmte Allergien darf die Dreimonatsspritze nicht verwendet werden. Auch bei Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen ist Vorsicht geboten!

Als Voraussetzung zur Verschreibung solltest du also einen normalen Zyklus haben und nicht unter Leber- oder Stoffwechselerkrankungen leiden.

Dreimonatsspritze: Langzeitverhütung?

Ob die Dreimonatsspritze für dich als Langzeitverhütung in Frage kommt, kann nur durch eine Beratung mit deinem Gynäkologen geklärt werden. Dein Arzt wird dich in einem Vorgespräch gründlich untersuchen und dann entscheiden, ob dieses Verhütungsmittel für dich geeignet ist.

 

Was kostet eine 3-Monatsspritze?

Die Kosten für eine Dreimonatsspritze belaufen sich auf circa 30,00 Euro. Es können auch Kosten von bis zu 15,00 Euro vom Frauenarzt hinzukommen.

Wird die 3-Monatsspritze von der Krankenkasse bezahlt?

Die meisten Frauen müssen die Kosten für die Depotspritze selber tragen. Nur bis zum 22. Geburtstag tragen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel.

 

Quellen