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Eileiterschwangerschaft erkennen: Anzeichen und Diagnose

Wenn sich eine befruchtete Eizelle nicht innerhalb, sondern außerhalb der Gebärmutterhöle einnistet, spricht man von einer extrauterinen Schwangerschaft. Meistens nistet sich die Eizelle im Eileiter an – man spricht von einer Eileiterschwangerschaft.

 

 

Ursachen und Symptome einer Eileiterschwangerschaft
Ursachen und Symptome einer Eileiterschwangerschaft
© Bigstock/ Khakimullin

In ein bis zwei von 100 Schwangerschaften nistet sich die befruchtete Eizelle nicht innerhalb, sondern außerhalb der Gebärmutter ein. In den meisten Fällen dieser extrauterinen Schwangerschaften handelt es sich um eine Eileiterschwangerschaft. Dabei kann die Zygote den Eileiter nicht durchwandern und nistet sich stattdessen in der Eileiter-Schleimhaut ein. Die Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft sind schwer zu erkennen und können nur von einem Facharzt diagnostiziert werden.

Extrauteringravidität: Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter

Nistet sich die Eizelle außerhalb der Gebärmutter ein, sprechen Mediziner von Extrauteringravidität, kurz EUG. Neben der Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) kann die sogenannte ektope Einnistung in sehr seltenen Fällen auch in der Bauchhöhle, den Eierstöcken und im Gebärmutterhals stattfinden. Allen extrauterinen Schwangerschaften ist gemeinsam, dass das Kind nicht ausgetragen werden kann.

Symptome einer Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft ist anfänglich nicht zu erkennen und äußert sich zunächst wie eine normale Schwangerschaft: Die Periode bleibt aus, es kommt zu Schmerzen im Unterbauch und gegebenenfalls zu morgendlicher Übelkeit und Spannungsgefühlen in der Brust. Selbst ein Schwangerschaftstest bietet keine Aufklärung und zeigt ein positives Ergebnis, da auch im Falle einer Eileiterschwangerschaft das Schwangerschaftshormon Beta-HCG nachgewiesen wird.

Erste Anzeichen für eine Eileiterschwangerschaft zeigen sich meist ab der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche, sie können langsam zunehmen oder ganz plötzlich auftreten:

  • Krampf- oder wehenartige Unterleibsschmerzen, meist einseitig
  • Scheidenblutungen, entweder als bräunliche Schmierblutungen oder Klumpen geronnenen Bluts
  • Kreislaufbeschwerden mit Schwindel, auffallender Blässe, Übelkeit und Erbrechen
  • Allgemeines Unwohlsein und leicht erhöhte Temperatur

Die Beschwerden können von Frau zu Frau verschieden sein und sind nicht spezifisch für eine Eileiterschwangerschaft. Ähnliche Symptome können auch bei einer Blinddarm- oder Nierenbeckenentzündung sowie einer Entzündung des Eileiters oder der Eierstöcke auftreten. Die Schwangere merkt deshalb oft nicht, dass es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelt.

Bei Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft ist sofort ein Frauenarzt aufzusuchen! Wächst der Embryo im Eileiter weiter, kann dieser reißen und lebensbedrohliche innere Blutungen verursachen.

Ursachen der Eileiterschwangerschaft

Die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft liegt bei ein bis zwei Prozent, bei ca. 50% der betroffenen Frauen gibt es keine Risikofaktoren.

Erhöht wird die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft durch Operationen an den inneren Geschlechtsorganen, weil dadurch Verklebungen und Verwachsungen der Eileiter entstehen können. Das Gleiche gilt für Chlamydien-Infektionen. Spiralen zur Empfängnisverhütung, Kinderwunschbehandlungen und ein höheres Alter der schwangeren Frau können ebenfalls Risikofaktoren darstellen.

Weitere Ursachen für die mangelnde Durchlässigkeit der Eileiter, die zur Einnistung der befruchteten Eizelle in der Eileiter-Schleimhaut führen, sind

  • angeborene anatomische Besonderheiten oder lokale Schäden an den Eileitern, zum Beispiel durch Endometriose
  • abgeknickte Eileiter
  • Schwangerschaftsabbrüche und Fehlgeburten
  • die Pille danach
  • frühere Eileiterschwangerschaften
  • Rauchen
  • hormonelles Ungleichgewicht

Einer neuen Studie aus den USA zufolge erhöht auch die Einnahme von Benzodiazepinen zur Behandlung von Angststörungen, Schlafstörungen und Krampfanfällen das Risiko einer Tubargravidität.

Diagnose der Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft lässt sich nicht leicht feststellen und ist nur im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung möglich. Aufgrund der fortschreitenden Entwicklung der Ultraschalltechnologie lassen sich jedoch die Mehrzahl der Eileiterschwangerschaften frühzeitig diagnostizieren und Komplikationen verhindern.

Bei Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft erhebt der Frauenarzt zunächst die Anamnese, indem er die genauen Beschwerden und potenziellen Risikofaktoren erfragt. Bei der anschließenden vaginalen Untersuchung können sich durch Ertasten Hinweise auf eine Eileiterschwangerschaft ergeben.

Ob sich die Eizelle innerhalb der Gebärmutter eingenistet hat, lässt sich mittels einer transvaginalen Sonografie, einer Ultraschalluntersuchung über die Scheide, feststellen. Zusätzlich kann ein langsamer oder fehlender Anstieg des Schwangerschaftshormons Beta-HCG im Blut auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen. Im Fall einer unsicheren Diagnose gibt schließlich eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), die unter Vollnarkose durchgeführt wird, Aufschluss über den konkreten Einnistungsort der Eizelle.

Häufig endet die Eileiterschwangerschaft von selbst und unbemerkt, indem die Eizelle mit der Plazenta abgestoßen wird. Ist das nicht der Fall, muss die Schwangerschaft mit einer medikamentösen Behandlung oder Operation beendet werden.

Das Risiko einer weiteren Tubargravidität ist durch die Eileiterschwangerschaft zwar erhöht, es besteht dennoch die Möglichkeit erneut schwanger zu werden und ein Kind zu gebären.

Quellen