Bookmark

Was passiert bei einer IVF-Behandlung?

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Methode der künstlichen Befruchtung. Im Video zeigen wir dir den Ablauf einer IVF-Behandlung, sowie Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Im Artikel findest du außerdem Informationen zu Kosten einer IVF, Chancen auf eine Schwangerschaft und möglichen Risiken.

Was passiert bei der IVF?

Wann macht man IVF?

Die In-Vitro-Fertilisation bezeichnet die Befruchtung außerhalb des Körpers der Frau. Sie wird meistens dann durchgeführt, wenn eine Insemination nicht zu einer Schwangerschaft geführt hat. Eine IVF eignet sich beispielsweise für Frauen, bei denen ein Eileiter geschädigt ist, die eine Endometriose haben oder, wenn Gründe für eine Kinderlosigkeit nicht gefunden werden konnten.

Ob eine IVF oder eine andere Methode der künstlichen Befruchtung für dich in Frage kommt, wird dir dein Arzt erklären.

Wie teuer ist die IVF in Deutschland?

Eine künstliche Befruchtung kann ganz schön teuer sein. Je nachdem, welche Behandlungen durchgeführt und wie viele Versuche gebraucht werden, belaufen sich die Kosten für eine IVF auf bis zu 10.000 Euro. Jedoch tragen viele Krankenkassen mindestens einen Teil der Kosten – mache übernehmen auch 100 Prozent.

Wie viel übernimmt die Krankenkasse?

Ob und welchen Teil der Kosten von der Krankenversicherung übernommen wird, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Art der Versicherung ab.

Bei gesetzlich Versicherten übernehmen Krankenkassen in der Regel etwa 50 Prozent der Behandlungskosten. Jedoch meist nur für

  • acht Inseminationen ohne Hormonstimulation,
  • drei Inseminationen mit vorheriger Hormonbehandlung,
  • drei Versuche einer In-Vitro-Befruchtung oder ICSI Behandlung.

Hier gibt es außerdem einige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Unter anderem…

  • …müssen du und dein Partner verheiratet sein.
  • …dürfen bei der IVF nur deine Eizellen und die Samenzellen deines Partners verwendet werden.
  • …müsst ihr beide über 25 Jahre sein – du darfst nicht über 40 Jahre und dein Partner nicht über 50 Jahre alt sein.
  • …muss eine medizinische Notwendigkeit, zum Beispiel eine Fruchtbarkeitsstörung, bestehen.
  • …müsst ihr beide euch vor der Behandlung über mögliche Risiken aufklären lassen.
  • …muss ein HIV-Test bei euch beiden durchgeführt worden sein.
  • …braucht ihr eine ärztliche Bescheinigung, dass eine IVF-Behandlung auch Erfolgschancen hat.

Hier findest du eine Tabelle mit allen Krankenkassen und, welche Leistungen von ihnen übernommen wird:

Bei privaten Krankenversicherungen gibt es verschiedene Regeln, welche Leistungen unter welchen Umständen übernommen werden.

In jedem Falle solltest du vor der Behandlung mit deiner Versicherung sprechen und abklären, mit welchen IVF-Kosten du rechnen musst.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet außerdem finanzielle Förderung für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch an. Ob ihr darauf Anspruch hättet, kannst du im ‚Förder-Check‘ herausfinden.

IVF: Chancen auf eine Schwangerschaft

Nach einer IVF-Behandlung kommt es bei rund 25 Prozent der Frauen zu einer Schwangerschaft. Werden bei einer Behandlung gleich mehrere Eizellen eingesetzt, steigt die Quote auf bis zu 60 Prozent. Jedoch kommt es bei einigen dieser Schwangerschaften noch zu Fehlgeburten.

Die Geburtsrate nach einer IVF liegt laut dem deutschen IVF-Register bei zwischen 15 und 20 Prozent pro Behandlungszyklus. Der Erfolg der IVF ist von verschiedenen Faktoren wie Spermienqualität, Alter oder eventuellen Fruchtbarkeitsstörungen abhängig. Auch andere Faktoren können den Erfolg der Behandlung und der Schwangerschaft beeinflussen – es gibt zum Beispiel einige Studien, die zu dem Ergebnis kamen, dass IVF-Behandlungen bei Raucherinnen weniger Erfolg zeigen.

Welche Risiken können bei einer IVF vorkommen?

Laut dem deutschen IVF-Register verläuft der Großteil der Behandlungen ohne schwerwiegende Komplikationen. Jedoch ist die In-Vitro-Befruchtung natürlich mit einer Hormonbehandlung verbunden, die seelisch und körperlich belastend sein kann. Es kann beispielsweise zum Überstimulationssyndrom kommen. Hier reagiert der Körper zu stark auf die Hormonpräparate – Kurzatmigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Spannungsgefühle sind mögliche folgen. Bei dem Syndrom ist in seltenen Fällen eine Behandlung in der Klinik notwendig.

In etwa fünf Prozent der Fälle ist durch die IVF eine stationäre Behandlung notwendig. Und in fünf Prozent der Fälle muss eine Operation durchgeführt werden.

Folgende Risiken bestehen unter anderem:

  • vaginale Blutungen nach der Entnahme (in etwa 60 Prozent der Fälle)
  • Blutungen im Bauchraum (rund 20 Prozent)
  • Verletzung des Darms (ein Prozent)
  • Bauchfellentzündung (0,5 Prozent)

Werden mehrere Embryonen eingesetzt, steigt auch die Chance auf Mehrlingsschwangerschaften – und die sind grundsätzlich mit einem höheren Risiko für eine Frühgeburt oder Fehlgeburt verbunden.

Übrigens galt die IVF trotz dieser möglichen Risiken sehr lange als eine der sichersten Methoden der künstlichen Befruchtung. Auch jetzt erfreut sich die In-Vitro-Fertilisation noch großer Beliebtheit – die häufigste Methode ist aktuell die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

Quellen