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Mit dem Kupferball hormonfrei verhüten

Immer mehr Frauen wollen hormonfrei verhüten. Oft fällt die Wahl dann auf Kupfer: Die Kupferspirale und das Kupferkettchen kennst du wahrscheinlich – aber hast du auch schonmal was vom Kupferball gehört? Alle wichtigen Infos Kosten, Sicherheit des Kupferperlenballs findest du hier.

Neben der Spirale und dem Kettchen kannst du auch mit dem Kupferball verhüten.
Neben der Spirale und dem Kettchen kannst du auch mit dem Kupferball verhüten.
© mibe GmbH Arzneimittel

In diesem Artikel:

Was ist ein Kupferball?

Ein Kupferball ist eigentlich kein Ball aus Kupfer. Er besteht aus rund 17 kleinen Kupferkugeln – deswegen wird er auch oft Kupferperlenball genannt. Die Perlen sind auf einen Draht gefädelt, der mit einer Polymerschicht ummantelt ist. Ein Kupferperlenball ist rund – dadurch kann er laut Herstellerangaben frei beweglich in der Gebärmutter liegen, ohne irgendwo anzuecken.

 

Es gibt mittlerweile verschiedene Größen vom Verhütungsball – hier unterscheiden sich die Durchmesser der Kupferperlen. In Deutschland ist jedoch aktuell nur ein Modell mit 15 Millimetern Durchmesser verfügbar.

Wie funktioniert der Kupferball?

Der Kupferperlenball wirkt auf die gleiche Weise wie alle anderen Verhütungsmittel mit Kupferbasis. Die Kugeln geben kleine Mengen Kupfer in die Gebärmutter ab. Diese Kupferionen schränken die Beweglichkeit von Spermien ein. Außerdem machen die Ionen die Gebärmutterschleimhaut einnistungsunfreundlich.

Der Kupferball befindet sich vor dem Einsetzen in einem kleinen Röhrchen – er ist also noch gar kein Ball. Dein Frauenarzt führt den Verhütungsball am Ende deiner Periode bis zum Eingang der Gebärmutterhöhle ein. Dann wird das Röhrchen entfernt. Das Interessante: Der Kupferperlenball formt sich von selbst in eine Kugelform – das passiert durch das sogenannte Formgedächtnis der Polymerschicht des Drahts. Er findet außerdem selbst die optimale Position in der Gebärmutter von selbst – er wird also nicht an der Gebärmutterwand fixiert. Im Video des Herstellers siehst du das Einführen und Entfernen als Animation.

Für wen eignet sich der Kupferperlenball?

Der Kupferball eignet sich grundsätzlich für jede Frau (ab 16 Jahren) mit einer Gebärmutter, die lang genug ist. Ist die Gebärmutter zum Beispiel kürzer als sechs Zentimeter, kann der Verhütungsball ausgestoßen werden oder Schmerzen auslösen. Außerdem ist der Ball nicht für dich geeignet, wenn du…

  • …schon eine Eileiterschwangerschaft hattest.
  • …eine Operation im Becken-Bauch-Raum hattest.
  • …eine Unverträglichkeit gegen Kupfer hast.
  • …zu Unterleibsinfektionen tendierst.

Wie sicher ist der Kupferperlenball?

Es wird angenommen, dass der Pearl-Index für den Kupferball der gleiche ist wie bei der Kupferkette oder Kupferspirale. Hier liegt der Pearl-Index zwischen 0,3 und 0,8. Von 100 Frauen, die in einem Jahr so verhüten wird also nur eine trotzdem schwanger. Pro Familia merkt jedoch an, dass die Datenlage zum Kupferperlenball noch recht gering ist. In Deutschland wird er erst seit etwa 2014 eingesetzt.

Vorteile vom Kupferball

  • Der Kupferperlenball ist eine hormonfreie Verhütungsmethode.
  • Er schützt gut vor einer ungewollten Schwangerschaft.
  • Der Ball ist für fünf Jahre wirksam – in dieser Zeit musst du dich nicht um die Verhütung kümmern.
  • Durch das Röhrchen ist das Einführen des Verhütungsballs nicht so schmerzhaft wie das Einführen der Kupferspirale.
  • Der Kupferball hat keine Ecken und Kanten – weniger Verletzungsgefahr.
  • Sofort nach der Entfernung bist du wieder fruchtbar – und kannst deinem Kinderwunsch nachgehen.
  • Die Methode eignet sich für sehr viele Frauen.
  • Ein Verrutschen ist unwahrscheinlich, da der Ball laut Herstellern seine optimale Position selbst findet.

Mögliche Nebenwirkungen und Nachteile der Verhütungsmethode

  • Es kann passieren, dass dein Körper den Kupferperlenball abstößt – „Untersuchungen zeigen eine vergleichsweise hohe Ausstoßungsrate von 19 – 25 %“ (bei Kugeln mit 12 Milimetern Durchmesser), erklärt ProFamilia. Zum Vergleich: Die Ausstoßrate der Kupferspirale liegt nur bei etwa fünf Prozent.
  • Die Verhütungsmethode ist noch relativ neu und in Deutschland unbekannt – es kann schwer sein, einen Arzt zum Einsetzen zu finden.
  • Es besteht die Gefahr der Perforation der Gebärmutter (Durchstoßen der Gebärmutterwand) – deswegen sind regelmäßige Ultraschall-Kontrollen wichtig. Das gleiche Risiko besteht aber auch bei anderen Intrauterinpessaren wie der Kupferspirale.
  • Es kann trotzdem zu einer Eileiterschwangerschaft kommen. Das passiert aber eher selten.
  • Der Ball schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten und HIV.
  • Nach dem Einsetzen kann es zu Zwischen- und Schmierblutungen kommen.
  • Der Kupferball kann auch zu einer stärkeren Menstruation mit mehr Menstruationsbeschwerden führen.
  • Wenn beim Einsetzen des Balls Keime in die Gebärmutter gelangen, kann es zu einer Infektion kommen.

Kupferperlenball: Kosten

Das Einsetzen vom Kupferball kostet je nach Gynäkologen und Modell einmalig zwischen 300 und 500 Euro. Den Ball kannst du danach aber für bis zu fünf Jahre tragen. Damit kostet der Ball nicht mehr als viele andere Verhütungsmittel. Zum Vergleich: Eine 6-Monats-Packung der Pille kostet zwischen 40 und 60 Euro.

Alternative Verhütungsmittel

Hormonfreie Mittel

  • Kondom
  • Kupferspirale
  • Sterilisation der Frau
  • Diaphragma
  • Verhütungsschwamm
  • Femidom – Kondom für die Frau
  • Verhütungscomputer

Hormonelle Mittel

Notfallverhütung

Quellen