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Verhütungsring: Anwendung & Vorteile vom Vaginalring

Wer nicht immer an die Pille denken will, für den kann der Verhütungsring eine gute Alternative sein. Lies hier, wie ein Vaginalring wirkt, wie er angewendet wird & welche die Vor- und Nachteile der Nuvaring hat.

Alle wichtigen Infos in Kürze siehst du auch im Video.

Was ist ein Verhütungsring?

Der Verhütungsring wird auch Vaginalring, Monatsring oder Nuvaring genannt und ist ein hormonelles Verhütungsmittel.

Der Ring besteht aus Kunststoff und hat einen Durchmesser von circa fünf Zentimeter und einen Querschnittdurchmesser von etwa vier Millimeter.

In Deutschland sind mit „Circlet“ von Pfizer und dem „NuvaRing“ von MSD bislang zwei verschreibungspflichtige Präparate zugelassen.

Wie wirkt ein Vaginalring?

Der Verhütungsring gibt dosiert die Hormone Östrogen und Gestagen über die Scheidenwände an den Blutkreislauf ab. Er funktioniert also ähnlich wie die Pille – jedoch setzt der Nuvaring die Hormone in wesentlich geringerer Dosierung frei.

Der Monatsring verhindert dadurch nicht nur den Eisprung, sondern auch die Schleimkonsistenz im Gebärmutterhals, sodass Spermien schwerer vorankommen.

Zudem wird durch den Verhütungsring der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gehemmt, die einem befruchteten Ei zur Einnistung dient.

Anwendung vom Nuvaring

Der Verhütungsring besteht aus flexiblem Kunststoff und kann zusammengedrückt wie ein Tampon eingeführt werden. Der beste Zeitpunkt für die erste Anwendung ist der Zeitraum zwischen dem ersten und fünften Tag deiner Periode.

In den darauffolgenden sieben Tagen solltest du zusätzlich mit einem Kondom verhüten – da der Monatsring seine volle Wirkung noch nicht entwickelt hat.

Drei Wochen nachdem du den Verhütungsring eingesetzt hast, kannst du ihn entfernen und im Hausmüll entsorgen. In der folgenden Woche setzt die Abbruchblutung ein – die Verhütung ist aber nach wie vor gewährleistet.

Auch dann, wenn die Menstruation noch nicht beendet ist, wird nach sieben Tagen ein neuer Verhütungsring eingesetzt.

Denn: Es ist sehr wichtig, dass du den Nuvaring immer am gleichen Wochentag und möglichst zur gleichen Uhrzeit einführst und herausnimmst. Verschiebt sich der Zeitpunkt um mehr als drei Stunden, kann es laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Einsprung kommen.

Sollte der Monatsring dich stören, beispielsweise beim Sex, kannst du den Verhütungsring für maximal drei Stunden herausnehmen (ohne, dass er seine Wirkung verliert).

Reinige ihn vor dem erneuten Einsetzen gründlich mit warmem Wasser und trage ihn im Anschluss mindestens 24 Stunden am Stück.

Für wen eignet sich der Nuvaring (nicht)?

Grundsätzlich kann jede Frau den Verhütungsring benutzen.

Abgeraten wird von der Verwendung bei:

bestimmten Allergien
bestimmten Erkrankungen
Fehlbildungen der Gebärmutter

Sprich deshalb mit deinem Frauenarzt, bevor du mit dem Monatsring verhüten willst. Lies außerdem den Beipackzettel vor der ersten Anwendung.

Beachte außerdem: Es gibt bestimmte Medikamente, die den Ring unwirksam machen. Dazu gehören bestimmte Entzündungshemmer, Beruhigungsmittel und Medikamente gegen Epilepsie.

Sprich also mit deinem Frauenarzt über Medikamente, die du bereits nimmst. Wenn dir ein Arzt neue Medikamente verschreibt, solltest auch erwähnen, dass du mit dem Monatsring verhütest.

Wie sicher ist der Ring?

Die Sicherheit von Verhütungsmitteln wird mit dem sogenannten Pearl-Index angegeben. Er zeigt an, wie viele Frauen trotz Verhütung mit diesem Mittel in einem Jahr schwanger werden.

Der Verhütungsring hat einen Pearl-Index von 0,25 bis 1,18 und ist damit fast so sicher wie die Pille. Hier liegt der Pearl-Index zwischen 0,1 und 0,9.

Das bedeutet konkret:

Von 100 Frauen, die in einem Jahr mit dem Monatsring verhüten, wird etwa eine trotzdem schwanger. Damit gehört der Nuvaring zu den sicheren Verhütungsmitteln.

Verhütungsring: Vorteile

  • Zuverlässiger Schutz: Der Verhütungsring ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel.
  • Geringere Hormonbelastung: Die hormonelle Belastung ist schwächer und gleichmäßiger als bei der Pille.
  • Geringeres Risiko von Einnahmefehlern: Die Wahrscheinlichkeit von Einnahmefehlern wie das Vergessen der Pille sind beim Verhütungsring wesentlich geringer – trotzdem musst du natürlich regelmäßig an das Einsetzen denken.
  • Geringeres Risiko des Wirkverlusts: Durchfall und Erbrechen beeinträchtigen die Wirkung des Vaginalrings nicht, da die Hormone über die Scheide aufgenommen werden. Jedoch gibt es bestimmte Medikamente, die den Ring unwirksam machen.
  • Geringere Belastung durch die Periode: Die Periodenstärke ist schwächer und Periodenprobleme wie Unterleibsschmerzen, PMS und Kopfschmerzen sind wesentlich geringer. Außerdem kann bis zu neun Wochen ohne Abbruchblutung mit dem Verhütungsring verhütet werden.
  • Absetzen jederzeit möglich: Du kannst den Vaginalring bei einem Kinderwunsch sofort absetzen – und musst nicht sehr lange darauf warten, bis das Mittel nicht mehr schützt (wie beispielsweise bei der Dreimonatsspritze)

Verhütungsring: Nebenwirkungen und Nachteile

Doch der Nuvaring hat nicht nur Vorteile. Folgende unerwünschten Risiken und Nebenwirkungen sind möglich:

  • Häufige Nebenwirkungen: Die häufigsten Nebenwirkungen des Verhütungsrings sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Gewichtszunahme, Scheidenentzündungen, Akne und Regelschmerzen. Diese Nebenwirkungen sind allerdings bei allen hormonellen Verhütungsmitteln gegeben.
  • Höheres Risiko für Scheideninfektionen: Durch den Monatsring kann zu Scheidenentzündungen und vermehrtem Ausfluss kommen.
Ursachen und Tipps
  • Kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten: Der Vaginalring schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten, dafür ist zusätzlich ein Kondom notwendig.
  • Erhöhtes Thromboserisiko: Das Risiko für venöse oder arterielle Thromboembolien, sowie Herzinfarkt und Schlaganfall ist beim Vaginalring etwas höher als bei oralen hormonellen Verhütungsmitteln wie etwa der Pille. Gerade Raucherinnen und übergewichtige Frauen sind gefährdet.
  • Libidoverlust: Manche Frauen verlieren bei dieser Verhütungsmethode die Lust auf Sex.
  • Anwendungsfehler: Es besteht das (wenn auch nur geringe) Risiko, dass der Verhütungsring aufgrund von Fehlern beim Einsetzen oder Belastungen, wie etwa Geschlechtsverkehr oder beim Herausziehen des Tampons, herausrutschen kann.

Wie viel kostet ein Verhütungsring?

Drei Ringe kosten zwischen 30 und 50 Euro – es gibt auch Vorteilspackungen, bei denen der einzelne Monatsring dann noch günstiger wird.

Wird der Verhütungsring von der Krankenkasse bezahlt?

Bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten für den Verhütungsring von der Krankenkasse übernommen.

Deine Fragen:

Warum ist man in der ringfreien Woche geschützt?

Kann man mit Ring schwanger werden?

Wann wirkt der Verhütungsring nicht mehr?

Wie lange dauert es nach dem Nuvaring schwanger zu werden?

Quellen

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