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Verhütungszäpfchen – wie sicher sind Vaginalzäpfchen wirklich?

Chemische Verhütungsmittel wie Verhütungszäpfchen sind eine hormonfreie Verhütungsmethode. Aber wie sicher sind die Zäpfchen eigentlich? Hier findest du alle Infos zu Vorteilen, Nachteilen, Kosten und Risiken.

Kennst du schon das Verhütungszäpfchen?
Kennst du schon das Verhütungszäpfchen?
© Pexels/ Andrea Piacquadio

In diesem Artikel:

Was ist ein Verhütungszäpfchen und benutze ich es?

Das Verhütungszäpfchen – oft auch Vaginalzäpfchen genannt – ist ein Zäpfchen, dass mit Spermizid getränkt ist. Spermizide schränken die Beweglichkeit von Spermien ein und können sie sogar abtöten. Damit ist das Zäpfchen ein chemisches Verhütungsmittel. Es gibt auch Zäpfchen, die den Inhaltsstoff Nanoxynol enthalten. „Er zerstört die Hülle (Membran) der Samenzellen, blockiert deren Enzymsystem und tötet sie dadurch ab“, erklärt Medizinjournalistin Carola Felchner in einem Artikel von Focus Gesundheit.

Der Schaum, der sich bildet, wenn sich das Verhütungszäpfchen auflöst, wirkt außerdem als Barriere vor dem Muttermund.

So wird das Vaginalzäpfchen verwendet

Das Zäpfchen wird etwa 10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr möglichst tief in die Scheide eingeführt. Durch die natürliche Körperwärme und Feuchtigkeit in der Vagina löst sich das Zäpfchen auf und Schaum bildet sich.

Nach dem Einsetzen wirkt das Verhütungszäpfchen etwa zwei Stunden. Wenn du in diesem Zeitfenster jedoch mehrmals Sex haben willst, musst du ein neues Zäpfchen einführen. Denn: Die Spermizide „reichen“ nur für einen Samenerguss.

Wie sicher ist das Verhütungszäpfchen?

Die Sicherheit von Verhütungsmitteln wird mit dem sogenannten Pearl-Index angezeigt. Chemische Verhütungsmittel haben einen Pearl-Index zwischen drei und 21. Das Verhütungszäpfchen zwischen sechs und 21. Das bedeutet, das von 100 Frauen, die nur mit dem Zäpfchen verhüten, in einem Jahr trotzdem zwischen drei und 21 schwanger werden.

Damit ist das Vaginalzäpfchen ein eher unsicheres Verhütungsmittel.

Für wen eignen sich Vaginalzäpfchen (nicht)?

Verhütungszäpfchen können von jeder Frau benutzt werden – sofern keine Allergien gegen Spermizide oder andere Inhaltsstoffe von chemischen Verhütungsmitteln bekannt ist. Da die Zäpfchen eine hormonfreie Verhütungsmethode sind, musst du dir keine Gedanken über hormonelle Veränderungen machen. Auch stillende Mütter können damit verhüten.

Wenn du zu Scheideninfektionen oder gereizten Schleimhäuten tendierst, können die enthaltenen Stoffe deine Vagina weiter reizen – dann ist das Verhütungszäpfchen eher ungeeignet.

Vorteile der Verhütungszäpfchen

  • Es ist ein hormonfreies Verhütungsmittel – das Zäpfchen greift also nicht in deinen Hormonhaushalt ein.
  • Du kannst das Zäpfchen rezeptfrei in der Apotheke kaufen.
  • Anwendung und Handhabung sind recht einfach.
  • Das Verhütungsmittel kann nur bei Bedarf eingesetzt werden – es ist also eine gute Alternative für Frauen, die nur wenig Sex haben.
  • Du kannst das Verhütungsmittel leicht absetzen – dafür benutzt du es einfach nicht mehr. Nebenwirkungen wie beispielsweise bei der Pille, sind nicht bekannt.
  • Wenn du plötzlich schwanger werden willst, musst du nicht warten, bis das Verhütungsmittel seine Wirksamkeit verliert.

Nachteile und Nebenwirkungen der Verhütungszäpfchen

  • Vaginalzäpfchen sind eine unsichere Verhütungsmethode.
  • Es kann zu einem Wärmegefühl oder sogar Brennen nach dem Einführen kommen, wenn die Schleimhäute der Scheide gereizt werden – der Schaum kann zu ungewöhnlichem Scheidenausfluss führen.
  • Es kann sein, dass du oder dein Partner gegen die chemischen Stoffe im Verhütungszäpfchen allergisch reagieren.
  • Wenn du eine sehr trockene Vagina hast, kann das Einführen vom Zäpfchen unangenehm sein.
  • Das Verhütungsmittel schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten.
  • Laut einem Flyer von ProFamilia steigt durch chemische Verhütungsmittel auch die Infektionsgefahr, da sie die Schleimhäute reizen. Dafür beziehen sie sich auch eine US-Studie laut der Frauen, die mit einem Nanoxynol-Mittel verhüten, eher an HIV erkranken.
  • Ein Zäpfchen ist nur für einen Samenerguss wirksam.
  • Du musst schon 10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr an das Verhütungszäpfchen denken.
  • Wenn du das Vaginalzäpfchen zusammen mit Kondomen benutzen willst, musst du dich zuerst informieren – denn manche Präparate können Kondome angreifen.

Wo kann ich die Zäpfchen kaufen und was kosten sie?

Grundsätzlich kannst du Verhütungszäpfchen in Drogerien und Apotheken rezeptfrei kaufen. Bedenke, dass die Vaginalzäpfchen nicht sehr beliebt sind, deswegen müssen sie gegebenenfalls erst bestellt werden. Je nach Präparat kosten die Zäpfchen zwischen fünf und 15 Euro.

Quellen