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Hitzewallungen Wechseljahre: Ursachen und Tipps zur Linderung

Typisch für die Wechseljahre: Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Hier liest du, woher die Hitzeattacken kommen und, was du dagegen tun kannst.

Typisch für die Wechseljahre: Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Das hilft!
Typisch für die Wechseljahre: Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Das hilft!
© Unsplash/ Ava Sol

In diesem Artikel:

Hitzewallungen Wechseljahre – woher kommen sie?

Ein Großteil der Frauen in den Wechseljahren kennt Hitzewallungen und das damit verbundene Schwitzen nur zu gut. Die Ursachen für die Hitzeattacken sind noch nicht eindeutig geklärt. Es wird aber vermutet, dass die Hormonumstellung, die in dieser Zeit in deinem Körper einsetzt, sowie eine gestörte Wärmeregulation dafür verantwortlich sind.

Vor allem der sinkende Östrogenspiegel gilt als der Auslöser für die typischen Beschwerden der Wechseljahre. Das Absinken des Östrogenspiegels wird mit der vermehrten Ausschüttung vom Stresshormon Adrenalin verbunden. Deinem Körper wird also eine Stresssituation vorgegaukelt – der Puls schießt in die Höhe, das Herz rast und es kann zu Schweißausbrüchen kommen.

Ab wann muss ich mit Schweißausbrüchen rechnen?

Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind einer der häufigsten Wechselbeschwerden – sie kommen aber natürlich auch nicht bei allen Frauen vor. Ob und wann du sie bekommst, lässt sich vorher leider nicht sagen. Wenn du schon vor deinen Wechseljahren an wiederkehrenden Hitzeattacken leidest, häufen sich die Beschwerden nach dem Eintreten in die Menopause dann wahrscheinlich.

Wechseljahre Hitzewallungen: Wie fühlen sie sich an?

Natürlich empfindet jede Frau die Schweißausbrüche anders, grundsätzlich sind die folgenden Dinge aber typisch für Hitzewallungen:

  • Du bemerkst ganz plötzlich ein intensives Wärmegefühl.
  • Dein Herz schlägt schneller – es rast fast.
  • Die Hitzewallung breitet sich über das Gesicht, den Hals und den Oberkörper aus.
  • Dein Gesicht wird rot und du beginnst zu Schwitzen.
  • Dir wird plötzlich komisch (Gefühl von Unbehagen).
  • Nach der Hitze folgt ein unangenehmes Kältegefühl und eventuell ein Frösteln.

Wie lange dauern Hitzeattacken? Wie oft kommen sie vor?

Die eine Frau spürt die Hitzewallungen nur für einige Sekunden, bei der anderen dauert es mehrere Minuten – bei der einen kommt es nur alle paar Tage zu einer Hitzeattacke, die andere muss sich öfter damit herumschlagen. Auch hier gibt es keine Normalwerte, denn die Wechseljahre und ihre Beschwerden erlebt jede Frau anders.

So kannst du Hitzewallungen in den Wechseljahren behandeln

Es gibt einige Hausmittel sowie Medikamente, die Hitzeanfälle und Schwitzen in den Wechseljahren mildern können.

  • Pflanzliche Mittel: Kräuter wie Mönchspfeffer, Salbei, Lavendel, Frauenmantel und Schafgarbe sollen bei den Hitzewallungen helfen.
  • Natürliche Östrogene: Auch sogenannte Phytoöstrogene können bei Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Dazu gehören Rotklee, Leinsamen, Soja und Rhabarberwurzel.
  • Akupunktur: Auch Akupunktur soll eine positive Wirkung auf Schwitzen in den Wechseljahren haben.
  • Gesunder Lebensstil: Genug Bewegung und eine ausgewogene Ernährung kann deine Lebensqualität stark verbessern. Vor allem durch regelmäßigen Sport kommst du nicht mehr so oft ins Schwitzen.
  • Wechselduschen: Kalt-warm-Duschen sowie wechselwarme Fußbäder sowie andere Kneipp-Anwendungen wie Moorbäder sind ein beliebtes Hilfsmittel gegen Hitzewallungen.
  • Schüssler Salze & homöopathische Mittel: Viele Frauen in den Wechseljahren schwören auf die Wirkung – wissenschaftlich erwiesen ist die Wirksamkeit jedoch nicht.
  • Medikamentöse Behandlung: Natürlich gibt es auch Medikamente, die gegen die Wechselbeschwerden helfen können. Vor der Einnahme von Medikamenten gegen Hitzewallungen solltest du immer mit deinem Arzt sprechen und dich beraten lassen.
  • Hormonersatztherapie (HET): Bei sehr starken Beschwerden kann es sein, dass dein Arzt die Einnahme von Hormonen empfiehlt. Lass dich hier über Vorteile und Nebenwirkungen beraten.

Schwitzen Wechseljahre: Das kann die Beschwerden verschlimmern

Es gibt einige Dinge, die Hitzewallungen begünstigen können. Wenn du also in den Wechseljahren mit Schweißausbrüchen zu kämpfen hast, solltest du vielleicht einige dieser Dinge meiden:

  • Kaffee und schwarzen Tee
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Stress
  • Übergewicht
  • stark gewürztes Essen
  • schwer verdauliche Gerichte
  • zu heißes Essen oder Trinken
  • falsche Kleidung
  • falsche Schlafatmosphäre

Natürlich gilt auch hier: Jede Frau reagiert anders auf Dinge. Vielleicht verträgst du ein scharfes Curry – aber bei Stress verschlimmern sich deine Hitzewallungen. Du kennst dich selbst und deinen Körper am besten – probiere aus, ob das Weglassen bestimmter Faktoren dir hilft.

Was du sonst noch bei Schweißausbrüchen tun kannst

Natürlich kann es trotz alles Vorbeugungsmaßnahmen immer noch zu Hitzeattacken kommen. Hierfür gibt es einige Tipps:

  1. Zwiebellook: Ziehe lieber mehrere Lagen an – wird dir warm, kannst du dann nach und nach eine Lage ablegen, ohne gleich alles durchzuschwitzen.
  2. Trage atmungsaktive Stoffe: Baumwolle, Leinen oder Mikrofasern sind sehr atmungsaktiv – diesen Stoffen nehmen Feuchtigkeit besser auf. Vermeide Kunststoffe in der Kleidung.
  3. Lerne Entspannungsmethoden: Yoga, Meditation oder autogenes Training können bei Hitzewallungen in den Wechseljahren hilfreich sein.
  4. Wähle die richtigen Farben: Viele Frauen schämen sich für Schweißflecken nach Schweißausbrüchen. Gedeckte Farben können Schwitzflecken leicht kaschieren.

Denke bei Hitzeattacken auch immer daran, dass du damit nicht allein bist. Viele Frauen haben es schon überstanden – und du kannst das auch. Sollten die Hitzewallungen in den Wechseljahren deine Lebensqualität aber drastisch einschränken, solltest du auf jeden Fall mit deinem Arzt darüber sprechen. Er kann dir Medikamente oder andere Therapien empfehlen.

Wechseljahre: Hitzewallungen nachts

Die Schweißausbrüche sind tagsüber für Frauen nervig – nachts werden sie äußerst unangenehm. Dann wachst du schweißgebadet auf und musst mitten in der Nacht Bettzeug und Schlafanzug wechseln. Erholsamer Schlaf? Nicht möglich.

Das verstärkt dann natürlich andere Beschwerden wie Antriebslosigkeit und Müdigkeit nur weiter. Damit es nicht zu Schlafproblemen kommt, solltest du zwei wichtige Dinge beachten:

  1. Die richtige Schlafatmosphäre: Lüfte dein Schlafzimmer vor dem Schlafen gut durch – es sollte nicht heißer als 18 Grad sein.
  2. Wähle die richtig Nachtwäsche: Baumwolle und Seide sind angenehm kühl auf der Haut. Vermeide synthetische Fasern.

Extra Tipp: Wenn du viel schwitzt, lege ein weiches Handtuch auf dein Kopfkissen und schlafe unter zwei leichteren Decken – ist eine verschwitzt, kannst du sie schnell wechseln.

Hitzewallungen Wechseljahre – wie lange dauern sie?

Das ständige Schwitzen ist unangenehm, deswegen fragst du dich wahrscheinlich, wie lange die Hitzewallungen in den Wechseljahren dauern werden. Grundsätzlich dauern die Beschwerden so lange, wie dein Körper braucht, um sich an die Hormonumstellung zu gewöhnen. Das kann nur einige Monate oder auch mehrere Jahre dauern. Früher oder später hast du es aber auch geschafft!

Quellen