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Menstruationstasse – die Erfahrung lohnt sich

Immer mehr Frauen greifen auf der Suche nach einer Alternative zum Tampon zur Menstruationstasse. Und sie sind voll des Lobgesangs. Doch ist die Anwendung wirklich so einfach? Das liest du hier meine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Menstruationstasse.

Erfahrungsgemäß ist es nicht einfach, den richtigen Menscup zu finden
Erfahrungsgemäß ist es nicht einfach, den richtigen Menscup zu finden
© TargetVideo

Warum überhaupt ein Menstruationcup?

Jeden Monat produziere ich durch Tampons eine Menge Müll und günstig sind die Dinger auch nicht wirklich. Ganz abgesehen davon sind Tampons nicht gerade vereinbar mit einer normalen Scheidenflora – sie trocken untenrum so aus, dass Scheidenpilz und Co. leichtes Spiel haben. Und wie viele Frauen mag ich Binden erst recht nicht verwenden. Was bleibt also anderes, als den Tassen-Trend auszuprobieren. Nach Menstruationstassen-Erfahrung bin ich bestimm schlauer.

Inhalt:

Welche Menstruationstasse ist die richtige für mich?

Einfach in die Drogerie zu gehen und so eine Periodentasse zu kaufen – keine so gute Idee, denn die Erfahrung mit dieser Schnellkauf-Menstruationstasse hat mir gezeigt – das funktioniert nicht. Warum? Es kommt darauf an, ob Größe, Form und Festigkeit des Cups individuell passen. Denn wie bei allen Dingen – jede Frau ist anders.

Sehr geholfen bei der Auswahl hat mir der Tassenfinder, der mit einem Fragebogen die individuellen Bedürfnisse erfasst und Produkt-Vorschläge macht:

Erfahrungen beim Menstruationstasse einsetzen

Beim ersten Blick auf meine neu erworbene Menstruationstasse verlässt mich ein bisschen der Mut – sie wirkt neben einem Tampon relativ groß. Gut, deswegen wird sie auch vorher gefaltet. Dafür gibt es verschiedene Techniken, von C- bis S-Faltung, das wird in der Packungsanleitung gut beschrieben. Wenn man – wie ich – noch nie so eine Tasse benutzt hat, sollte man sich dafür Zeit nehmen und bisschen Geduld aufbringen. Viele Frauen berichten, dass das Einführen der Menstruationstasse schwierig war, ich hatte nach ein paar Versuchen keine Probleme damit. Ob die Tasse wirklich ganz entfaltet ist, merkt man übrigens, wenn man am oberen Rand entlang tastet.

Menstruationstasse gefaltet

C-Faltung der Menstasse (Foto: TargetVideo)

Tipp: Damit sich die Tasse richtig entfaltet, kommt es auch auf die Härte des Materials an. Je weicher die Tasse, desto schwieriger kann es sein.

Periodentasse tragen – merkt man sie?

Laut Hersteller soll die Menstruationstasse nicht so tief eingeführt werden wie ein Tampon – und damit näher am Scheidenausgang liegen. Mein Cup hat davon wohl noch nichts gehört, denn generell wandert er immer bis zum Gebärmutterhals hoch. Was aber nicht schlimm ist, so spüre ich den Cup nicht. Alles in allem ist es dasselbe Tragegefühl wie bei einem Tampon – bis auf zwei Dinge:

  1. Die meisten Menstruationstassen haben unten einen Stiel. Und der hat mich beim Sitzen schon gestört. Also: Schere her und abgeschnitten.
  2. Wenn die Tasse in einem ungünstigen Winkel relativ weit unten liegt, kann sie durch die Scheidenwand auf die Harnröhre drücken. Das Gefühl, ständig aufs Klo zu müssen, ist nicht so lustig. Aber keine Angst: Das war nur am Anfang so, bis ich den Dreh raushatte und der Sitz gepasst hat.

Menstruationstasse entfernen – eine nicht so tolle Erfahrung

Angeblich soll das Einführen der Menstruationstasse schwieriger sein als das Entfernen. Nun ja, nicht bei mir. Der Cup hängt nämlich wirklich weit oben – und natürlich gelingt es mir nicht beim ersten Versuch. Und auch nicht beim zweiten. Es hört sich einfach an: Tasse leicht zusammendrücken, damit sich das Vakuum löst und dann herausziehen. Aber das Vakuum denkt nicht daran, aufzugeben. Nach mehreren erfolglosen Versuchen bekomme ich Panik und sehe mich schon beim Frauenarzt sitzen, dem ich dann mein Dilemma erklären muss.

Also erstmal tief durchatmen und beruhigen! Ich breche die erste Runde der „Menstruationstasse entfernen-Erfahrung“ ab. Nach einer Stunde probiere ich es nochmal – und zwar möglichst gelassen. Und es klappt!

Tipp: Lass dich nicht beirren – es braucht Übung, um mit der Periodentasse zurecht zu kommen. Vom Mal zu Mal ist es leichter und bald schon genauso Routine wie der Umgang mit einem Tampon.

Mein Fazit zur Menstruationstassen-Erfahrung

Zu allererst: Ja, ich bin bei dieser Art der Monatshygiene geblieben – auch wenn es anfangs ein wenig stressig war. Hier nochmal zusammengefasst die Vor-und Nachteile.

Deswegen benutze ich die Menstruationstasse auch weiterhin

  • umweltfreundlich – kein Müll wie bei Tampons oder Binden
  • kostensparend – einmal gekauft, kann man die Tasse viele Jahre nutzen.
  • lange Tragezeit möglich (bis zu 12 Stunden) – verglichen mit Tampons: 4-8 Stunden
  • nahezu risikofrei für die weibliche Gesundheit – Das Toxische Schock Syndrom ist zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich.
  • Ich habe seitdem nie wieder eine Infektion gehabt. Was natürlich auch Zufall sein kann, aber dennoch nicht unerwähnt bleiben sollte.

Das war gewöhnungsbedürftig

  • Die Handhabung der Menstruationstasse erfordert wirklich Übung, ich habe einen Zyklus gebraucht, um wirklich Routine zu entwickeln.
  • Das Auswaschen ist in öffentlichen Toiletten nicht möglich, wenn Toilette und Waschbecken in verschiedenen Räumen sind. Allerdings reicht zur Not auch das Auswischen mit Toilettenpapier.

Die Menstruationstasse ist nichts für dich, wenn…

  • … du mit deinen Körperausscheidungen nicht in Kontakt kommen willst und dich davor ekelst.
  • … wenn du nicht in deiner eigenen Vagina rumtasten willst – denn das musst du natürlich beim Entfernen und Einsetzen der Tasse
  • …wenn es dir zu viel Aufwand ist oder du dich davor ekelst, die Tasse einmal im Monat auszukochen.
  • … wenn du keine Geduld und Zeit hast, das Handling der Menstruationstasse zu lernen bzw. die richtige Tasse für dich zu finden.