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PMS: Symptome, Ursachen und Behandlung

vonConnie Gräf-Adams | freie Autorin
PMS-Symptome: Symbolbild
©Bigstock/ bangoland

Unterleibsschmerzen, Völlegefühl oder sogar depressiven Verstimmungen vor der Regelblutung sind alles Anzeichen des prämenstruellen Syndroms. Wir klären dich auf über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.


Was ist das prämenstruelle Syndrom (PMS)?

In den Tagen vor der Regelblutung leiden viele Frauen und Mädchen an körperlichen und psychischen Beschwerden wie Schmerzen im Unterbauch, erhöhter Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen.

In der Medizin werden die verschiedenen Beschwerden unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom, kurz PMS, zusammengefasst.

Etwa 20 bis 40 Prozent der Betroffenen haben regelmäßig mehrere und stärkere Symptome, die als sehr belastend empfunden werden.

Info
Was ist PMDS / PMDD?

Bei einigen Frauen sind die Beschwerden so schwerwiegend, dass sie ihrem Alltag nicht mehr nachgehen können. Man spricht dann von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) oder prämenstrueller Dysphorie (PMDD).

Ursachen und Risikofaktoren

Die Auslöser der PMS-Beschwerden sind trotz intensiver Forschung bis heute nicht vollständig geklärt. Aufgrund der Vielfalt an auftretenden Symptomen ist jedoch sicher, dass nicht nur eine bestimmte Ursache für die prämenstruellen Beschwerden verantwortlich ist, sondern es sich um eine multifaktoriell bedingte Störung handelt.

Vermutet wird, dass die Hormonschwankungen während des Menstruationszyklus eine Rolle spielen. Betroffene Frauen reagieren womöglich empfindlicher auf Abbauprodukte des Hormons Progesteron, das vor allem in der zweiten Zyklushälfte vor dem Einsetzen der Regelblutung gebildet wird.

Diskutiert wird zudem eine Wechselwirkung des Progesterons mit bestimmten Botenstoffen im Gehirn. Dabei scheint vor allem Serotonin beteiligt zu sein. Als mögliche Einflussfaktoren werden auch die familiäre Veranlagung und Umweltfaktoren in Betracht gezogen.

Als gesichert gilt mittlerweile, dass ein ungesunder Lebensstil mit zu wenig Bewegung, unausgewogener Ernährung mit zu viel Zucker, Koffein und Alkohol, Rauchen, Stress sowie einige Medikamente wie z.B. Abführmittel und bestimmte hormonelle Verhütungsmittel die Beschwerden verstärken können.

Ein Mittel gegen Stress

Welche Symptome hat das prämenstruelle Syndrom?

Ein prämenstruelles Syndrom kann sich in zahlreichen Symptomen äußern.

Zu den häufigsten körperlichen Beschwerden gehören:

Unterleibsschmerzen
Spannungsgefühle in den Brüsten
Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Schwindel
Rücken- und Gelenkschmerzen
Wassereinlagerungen im Gewebe, zum Teil mit sichtbarer Ödembildung im Gesicht sowie an Händen, Füßen und Beinen
Völlegefühl, Blähungen und Verstopfung
Hitzewallungen und Schweißausbrüche

In den Tagen vor der Periode klagen Betroffene auch über psychische PMS-Symptome.

Zu den häufigsten psychischen Symptomen gehören:

Müdigkeit und Antriebslosigkeit
Schlaf- und Konzentrationsstörungen
innere Unruhe und depressive Verstimmungen
erhöhte Reizbarkeit und Aggressionen
geringes Selbstwertgefühl

©Bigstock/ Natty_Blissful

Ausgeprägte Symptome können Alltag und Lebensqualität stark einschränken. Vor allem psychische Begleiterscheinungen wie starke Stimmungsschwankungen und spontane Wutausbrüche führen nicht selten zu Problemen in Familie, Partnerschaft und Freundeskreis.

Verlauf: Wann treten PMS-Symptome auf?

Die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms treten nur in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung auf. Sobald die Monatsblutung einsetzt und ein neuer Zyklus beginnt, lassen sie nach und klingen spätestens mit Ende der Periode vollständig ab.

Bei manchen Frauen treten die Symptome in jedem Zyklus auf, bei anderen nur in einzelnen Zyklen. Auch der Stärkegrad kann je nach Zyklus variieren und sich im Lauf der Jahre verändern. Spätestens mit der letzten Regelblutung in den Wechseljahren verschwinden die PMS-Beschwerden.

Wie werden prämenstruelle Beschwerden behandelt?

Die Behandlung hängt bei PMS davon ab, wie stark die Beschwerden auftreten und um welche Symptome es sich handelt.

  1. Generell kann es helfen, sich im betreffenden Zeitraum etwas mehr Ruhe zu gönnen und Stress möglichst zu vermeiden.
  2. Zudem empfiehlt sich eine ausgewogene, salzarme Ernährung und der Verzicht auf Zigaretten, Koffein und Alkohol.
  3. Frauen berichten auch von positiven Erfahrungen mit verschiedenen Entspannungstechniken wie Yoga, progressiver Muskelrelaxation und autogenem Training.
  4. Zudem kann Ausdauersport wie Laufen, Walken, Radfahren oder Schwimmen dazu beitragen, Krämpfe und Schmerzen in Unterbauch und Rücken abzubauen.

Die Wirkung dieser Methoden ist bislang wissenschaftlich nicht hinreichend untersucht. Betroffene sollten selbst ausprobieren, was ihnen guttut und wie sich die Beschwerden am besten lindern lassen.

Hilfreich kann dabei das Führen eines PMS-Tagebuchs sein, in dem sich Zeitpunkt, Art und Stärke der Beschwerden über mehrere Monatszyklen dokumentieren lassen. Eine Vorlage steht hier kostenlos zum Download bereit, alternativ kann man Zyklus-Apps verschiedener Anbieter nutzen. Eine derartige Dokumentation stellt auch eine sinnvolle Maßnahme zur Vorbereitung auf einen Besuch beim Frauenarzt dar.

Behandlung mit Medikamenten und pflanzlichen Präparaten

Bei stärkeren Beschwerden können Ärzte verschiedene Medikamente verordnen:

  • Häufig werden hormonelle Verhütungsmittel wie Pille, Spirale, Depotring oder Pflaster eingesetzt, um den Hormonspiegel zu beeinflussen und die Symptome zu lindern.
  • Bei ausgeprägten Kopf- oder Rückenschmerzen kann die Gabe eines Schmerzmittels notwendig sein. Frauen, die unter starken Regelblutungen leiden, sollten jedoch keine Medikamente einnehmen, die auf dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) basieren, da dessen gerinnungshemmende Eigenschaft übermäßige Blutungen verursachen kann.
  • Bei Beschwerden infolge von Wasseransammlungen im Gewebe kommen entwässernde Mittel, sogenannte Diuretika, zum Einsatz.
  • Haben PMS oder PMDD starke Auswirkungen auf die Psyche können vom behandelnden Arzt auch Antidepressiva verschrieben werden. Dabei handelt es sich meist um selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die entweder durchgehend oder nur in der zweiten Zyklushälfte eingenommen werden.

Da es bei allen genannten Medikamenten zu Nebenwirkungen kommen kann, bevorzugen viele Frauen pflanzliche Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel.

Wissenschaftliche Studien haben bei einer durchgehenden Einnahme von Kalzium und Vitamin B6 in bestimmten Dosierungen schwache Hinweise zur Linderung von PMS-Symptomen ergeben. Das Gleiche gilt für Mönchspfeffer.

Zu Wirkung und Nutzen von Johanniskraut, Gingko biloba, Safran sowie der homöopathischen Mittel Pulsatilla und Sepia bei PMS gibt es bislang keinen Nachweis.

Quellen

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