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Postmenopause: Wie erkennt man, dass die Wechseljahre vorbei sind?

Je nach persönlicher Konstitution durchlebt ein Teil der Frauen die Wechseljahre ohne Probleme, während das Klimakterium für Andere die bloße Tortur ist. Kein Wunder also, dass Viele sich fragen, wann die Phase der hormonellen Umstellung endlich abgeschlossen ist.

Wie erkenne ich, dass die Wechseljahre vorbei sind?
Wie erkenne ich, dass die Wechseljahre vorbei sind?
© Unsplash/ Alex

Dauer und Phasen der Wechseljahre

Das durch die hormonelle Umstellung bedingte Klimakterium ist ein körperlicher Prozess, der sich über etliche Jahre hinzieht und in verschiedene Phasen unterteilt ist. Die Prämenopause macht sich mit unregelmäßiger werdenden Blutungen und ersten Wechseljahresbeschwerden bemerkbar. Daran schließt sich rund um die Menopause, den Zeitpunkt der letzten Regelblutung, die Perimenopause an.

Die Postmenopause bezeichnet schließlich den letzten und längsten Abschnitt der Wechseljahre. Sie beginnt 12 Monate nach der Menopause und erstreckt sich im Allgemeinen auf einen Zeitraum von rund zehn Jahren – bis sich der weibliche Organismus auf ein neues hormonelles Gleichgewicht eingependelt hat. Verhütung ist in der Postmenopause nicht mehr notwendig: Ein Jahr nach Auftreten der letzten Regelblutung können Frauen nicht mehr schwanger werden.

Häufige Beschwerden in der Postmenopause

Ist von Wechseljahresbeschwerden die Rede, sind im Allgemeinen die typischen Symptome der Perimenopause wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen gemeint. Diese können auch in der Postmenopause noch einige Zeit anhalten, zusätzlich machen sich zunächst Veränderungen an Haut und Haaren bemerkbar.

Aufgrund des relativen Überschusses männlicher Sexualhormone können Vermännlichungserscheinungen auftreten, die sich durch Haarausfall und Haarwuchs im Gesicht, den sogenannten Damenbart, äußern. Die mangelnde Östrogenproduktion wirkt sich zudem negativ auf die Bildung von Kollagen aus: Die Haut an Gesicht und Körper wird zunehmend dünner, trockener und faltiger.

Zahlreiche Frauen klagen in der Postmenopause über Scheidentrockenheit und damit einhergehende Probleme beim Geschlechtsverkehr, was teilweise zum kompletten Erliegen eines sexuell aktiven Lebens führt. Dabei kann auch Harninkontinenz eine Rolle spielen. Häufiger Harndrang oder unfreiwilliger Urinverlust stellen zwar keine unmittelbare Folge der hormonellen Umstellung dar, sondern sind hauptsächlich auf die Schwächung des Beckenbodens und Absenkung von Blase und Gebärmutter zurückzuführen. Die dünner und empfindlicher werdenden Schleimhäute von Blase und Harnwegen können jedoch Infektionen begünstigen und damit zu einer Blasenschwäche beitragen.

Gesundheitliche Risiken in der Postmenopause

Während der hohe Östrogenspiegel Frauen bis zur Menopause einen gewissen Schutz vor Herzinfarkt, koronarer Herzerkrankung und Schlaganfall bietet, steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit der nachlassenden Östrogen-Produktion. Das gilt auch, wenn im Rahmen einer Hormonersatztherapie die Gabe künstlicher Hormone erfolgt.

Zudem macht sich der Rückgang von Östrogen und Progesteron beim Knochenstoffwechsel bemerkbar: Der Knochenabbau schreitet stark voran, während gleichzeitig der Knochenaufbau gehemmt wird. Schätzungen zufolge erkranken ab dem 50. Lebensjahr rund 30 bis 40 Prozent aller Frauen an Osteoporose. Um das Osteoporose-Risiko frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegensteuern zu können, sollten Frauen zu Beginn der Postmenopause eine Knochendichtemessung durchführen lassen.

Erhöhte Vorsicht ist geboten, wenn es in der Postmenopause zu Blutungen aus der Scheide kommt. Die Blutungen können als Folge der Einnahme von Hormonen oder Medikamenten auftreten, aber auch Anzeichen für eine bösartige Tumorerkrankung sein. Im Falle von Blutungen sollte deshalb umgehend ein Frauenarzt aufgesucht werden, um sich einer eingehenden gynäkologischen Untersuchung zu unterziehen.

Steigerung der Lebensqualität in der Postmenopause

Beschwerden und gesundheitliche Probleme können die Lebensqualität entscheidend beeinflussen und mit negativen Auswirkungen auf die Psyche einhergehen. Forschungsergebnisse belegen, dass die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit in der Postmenopause entscheidend beeinflussen kann. Der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, eine zuckerarme sowie vitamin- und proteinreiche Ernährung und regelmäßige moderate Bewegung wirken sich demnach positiv auf den psychischen wie körperlichen Zustand aus. Eine konsequent gesunde Lebensführung kann zudem Übergewicht, Herz-Kreislauf- und Gelenkerkrankungen nachhaltig vorbeugen.

Individuelle Wahrnehmung zum Abschluss der Wechseljahre

Genauso wie der Beginn der Wechseljahre von Frauen ganz unterschiedlich definiert wird, ist auch die Wahrnehmung vom Ende des Klimakteriums stark von individuellen Faktoren geprägt. Als Abschluss der Wechseljahre wird von vielen Frauen derjenige Zeitpunkt angesehen, von dem an unangenehme Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen spürbar nachlassen und sie sich körperlich und seelisch wieder stärker im Gleichgewicht empfinden. Das anschließende Senium, das ca. zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr beginnt, wird Studien zufolge von zahlreichen Frauen als positiver Lebensabschnitt mit hoher Zufriedenheit empfunden.

Quellen