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Die Prämenopause – ein sanftes Hallo der Wechseljahre

Deine Regelblutung kommt in letzter Zeit immer unregelmäßiger du fragst dich allmählich ob du etwa schon in den Wechseljahren bist. Doch woran merkst du eigentlich, ob und wann deine Wechseljahre beginnen. Was passiert denn eigentlich in der Zeit davor und was bedeutet das für dich? Das ist ein bunter Strauß an Fragen und diese werden wir dir eine nach der anderen beantworten.

Bereits Jahre vor dem Klimakterium tritt die Prämenopause ein
Bereits Jahre vor dem Klimakterium tritt die Prämenopause ein
© Bigstock/ Fiery Snake

Die Phasen der Wechseljahre

Konkret geht es bei deinen Fragen um die Phase der sogenannten Prämenopause, die Anfangszeit der Wechseljahre. Der Begriff Wechseljahre oder auch Klimakterium beschreibt die Zeit der hormonellen Umstellung am Ende deiner fruchtbaren Lebensphase. Durchschnittlich beginnen die Wechseljahre im Alter von etwa 48 bis 54 Jahren. Dabei erstrecken sie sich über mehrere Jahre hinweg und verlaufen in verschiedenen Phasen, die ineinander übergehen.

Zumeist kündigen sich die Wechseljahre eher behutsam an. Ein sicht- und spürbarer Zeitpunkt ist die letzte Regelblutung deines Lebens, die sogenannte Menopause. Jedoch kannst du diese erst im Nachhinein sicher bestimmen. Im Vorfeld gibt es zwar einige Anzeichen, aber diese sind oft so unmerklich, dass sie dir entgehen können. Daher spricht man erst von der Menopause, wenn 12 Monate danach keine weitere Regelblutung mehr erfolgt.

Eine Prämenopause – mehrere Definitionen

Die Phase vor deiner letzten Blutung, sprich vor der Menopause, nennt man allgemein Prämenopause. Je nachdem, wer den Begriff nutzt, beschreibt dieser einen anderen Zeitabschnitt: Während der amerikanische Council of Affiliated Menopause Societies, kurz CAMS, die Prämenopause als gesamte reproduktive Lebensphase bis zur Menopause sieht, bezieht sich der Begriff aus Sicht von deutschen Fachleuten auf die Anfangszeit der Wechseljahre, sprich auf den Zeitraum, in dem die hormonelle Produktion im Körper umgestellt wird. Das kann bereits Jahre vor der eigentlichen Menopause der Fall sein.

Sobald die ersten Beschwerden auftreten, spricht der Mediziner von der Perimenopause. Diese tritt etwa zwei bis drei Jahre vor der Menopause auf und reicht bis etwa ein Jahr nach der Menopause. Danach schließt sich die Postmenopause an. Dagegen nutzen wir im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung Prämenopause für die zwei bis sieben Jahren vor der Menopause.

Wie beeinflusst mich die Prämenopause?

Aus medizinischer Sicht ändert sich die Funktion der Eierstöcke bereits etwa zehn Jahre vor der Menopause. Das beeinflusst unter anderem die Produktion der Hormone Progesteron und Estrogen, deren Konzentration jeweils sinkt.

Das sogenannte Gelbkörperhormon Progesteron hat unterschiedliche Aufgaben, unter anderem während deines monatlichen Zyklus und bei der Vorbereitung des Körpers auf eine Schwangerschaft.

Estrogene werden auch Östrogene oder Follikelhormone genannt und fördern unter anderem de Reifung einer befruchteten Eizelle.

Nimmt die Produktion der Hormone in deinem Körper langsam ab, reagiert dieser entsprechend:

  • Eisprung bleibt immer wieder aus
  • geringere Zahl an reifenden Follikeln und Eizellen
  • schneller Anstieg des follikelstimulierende Hormon FSH
  • langsamer Anstieg an luteinisierende Hormon LH

Du siehst die schleichenden Veränderungen in deinem Körper zeigen sich auch als Auswirkungen eher zurückhaltend als drastisch. Du bekommst immer noch deine Regel und auch, wenn der Eisprung immer wieder ausbleibt, kannst du trotzdem noch schwanger werden. Schließlich reifen zwar weniger Eizellen heran, aber es werden noch welche gebildet.

Solltest du also im perfekten Zeitraum ungeschützten Sex haben, kann es durchaus passieren, dass eine deiner Eizellen befruchtet wird. Daher solltest du auf jeden Fall verhüten, wenn du nicht schwanger werden möchtest.

Prämenopause – ein behutsamer Anfang

Die Prämenopause ist der Beginn der einschneidenden Zeit der Wechseljahre. Auch wenn du diesen sanften Anfang kaum spüren kannst, stellt sich dein Körper allmählich um. Das kann so langsam passieren, dass es dir erst auffällt, wenn deine Regel ausbleibt oder sich dein Zyklus ändert. Denn trotz der großen Änderungen in deinem Hormonhaushalt, hast du jetzt noch selten mit augenscheinlichen Beschwerden zu kämpfen. Diese treten erst später auf, in der Phase, die in der Medizin als Perimenopause bezeichnet wird.

Daher ist es für dich wichtig, dass du auch jetzt noch aktiv verhütest, um nicht schwanger zu werden. Ansonsten kannst du deinen Alltag wie gewohnt fortsetzen und dich allmählich mit dem Gedanken an die nächste große Lebensphase anfreunden. Denn die Menopause und die Wechseljahre haben ihren ganz eigenen Rhythmus und, ja, trotz der bekannten Begleiterscheinungen auch Vorteile für dich – du darfst also gespannt sein auf diesen Lebensabschnitt.

Quellen