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Schadstoffe in Tampons und Menstruationstassen: Öko-Test klärt auf

Wie gut oder schlecht sind Tampons und Menstruationstassen für die eigene Gesundheit? Verstecken sich Schadstoffe in Watte und Silikon, die wir über die Schleimhäute aufnehmen? Öko-Test hat sich diesem Thema gewidmet und ist zu einem Ergebnis gekommen.

Sind Tampons und Cups mit Schadstoffen angereichert?
Sind Tampons und Cups mit Schadstoffen angereichert?
© Bigstock/ Andriy Medvediuk

Tampons im Test: Sind sie mit Schadstoffen angereichert?

Bereits 2009 testete Öko-Test verschiedene Tampons auf Schadstoffe und wurde tatsächlich fündig. In mehreren Tampons wurde der Stoff Dioxin gefunden, der als krebserregend gilt. Bereits im Jahr 2017 wurde ein weiterer Test von Öko-Test durchgeführt in dem sich zeigte, dass die Tamponhersteller nachgebessert hatten. Fast alle Tamponmarken wurden 2017 mit sehr gut bewertet. Nun aber zum Test von 2020:

Im Test 2020 wurden 23 Tampons untersucht. Hier wurde nicht nur auf Giftstoffe, sondern auch auf andere Schwachstellen, wie zum Beispiel die Festigkeit des Rückholfadens getestet.

Die gute Nachricht: In keinem der Tampons wurde gesundheitsgefährdende Substanzen gefunden. Jedoch bemängelt Öko-Test, dass bei fünf Marken Hygiene-Hinweise zum Beispiel zum Einführen und Entfernen, sowie der Entsorgung des Tampons fehlten.

Auf eine Anfrage zur Einschätzung der Gesundheitsgefährdung vom BR an das Bundesinstitut für Risikobewertung, äußerte sich das Institut wie folgt: Es können Pestizidrückstände nicht ausgeschlossen werden. … Das BfR (…) kam zu dem Ergebnis, dass die gemessenen Gehalte kein gesundheitliches Risiko darstellen.“

Wer ganz sicher sein will, keine Pestizidrückstände in seinen Tampons zu haben, sollte auf Bio-Tampons zurückgreifen.

Umweltschädliche Silikonverbindungen in Menstruationstassen

15 Menstruationstassen wurden von Öko-Test unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren getestet. Das Ergebnis: Eine der getesteten Lady Cups enthielt Silikonverbindungen, die als fortpflanzungs- und Umweltgefährdend eingestuft wird. In weiteren vier Tassen wurden Verbindungen gefunden, die als umweltgefährdend, jedoch nicht als gesundheitsgefährdend gelten.

Zwei Cups erwiesen sich als etwas instabil. So rissen bei ihnen die kleinen Griffe an der Unterseite ab, wenn man an ihnen zog. „Zwar ist der Griff der Cups vor allem dazu da, die Menstruationstasse in der Vagina zu finden, und nicht, um beim Entfernen daran zu ziehen. Doch da Menstruationstassen schließlich auf jahrelangen Gebrauch ausgelegt sind, sollte das Material entsprechend stabil sein.“ heißt es auf der Website von Ökotest.

Hygieneprodukte: Was ist umweltfreundlicher?

Generell lässt sich sagen, dass Menstruationstassen die deutlich günstigere Variante zu Tampons sind, da sie über mehrere Jahre verwendbar sind. Ob die Tassen jedoch umweltfreundlicher sind, ist nicht gänzlich geklärt. Bislang gibt es keine eindeutigen Studien zur Ökobilanz von Tampons vs. Menstruationstassen. Natürlich produziert der Endverbraucher mit einemCup weniger Müll, doch wieviel Energie für die Produktion und Reinigung der Tassen verbraucht wird und in welchem Verhältnis das zum Tampon steht, ist unbekannt.

Quellen