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Trockene Scheide: Was du gegen Scheidentrockenheit tun kannst

Scheidentrockenheit sollte absolut kein Tabu-Thema sein, denn viele Frauen leiden unter diesem Problem. Eine trockene Scheide ist aber nicht nur beim Sex schmerzhaft, sondern kann auch ein Anzeichen für Geschlechtskrankheiten sein. Denn dieses Problem kommt nicht nur in den Wechseljahren vor. Hier findest du alle Infos.

© Unsplash/ Yuliya Kosolapova

Wie entsteht eine trockene Scheide?

Um eine trockene Scheide vorzubeugen, verfügt eine gesunde Vagina über eine Schleimhaut, die ein spezielles Scheidensekret produziert. Diese Flüssigkeit (Fluor genitalis) schafft die richtige Umgebung für Milchsäurebakterien. Sie sind für eine gesunde Scheidenflora unverzichtbar, da sie die Ausbreitung krankheitserregender Keime verhindern. Wird die Flüssigkeitsproduktion durch einen der folgenden Faktoren gehemmt, kann eine trockene Scheide die Folge sein:

Trockene Scheide: Ursachen

Nun muss man zunächst einmal zwei Arten der Scheidentrockenheit unterscheiden:

  1. Eine ausgetrocknete Scheidenflora, oft einhergehend mit Juckreiz und brennen
  2. Fehlendes Sekret beim Sex, was das Eindringen des Mannes erschwert und oft Schmerzen beim Sex verursacht.

Jede Frau ist anders, es gibt allerdings Faktoren, natürlich oder selbstverschuldet, die die natürliche Scheidenflora beschädigen können, was eine trockene Scheide zur Folge haben kann. Das sind die häufigsten:

Vaginale Trockenheit durch Hormonschwankungen

Sinkt der Östrogenspiegel, wird weniger Scheidensekret produziert. Solche Östrogenmangel Symptome treten häufig bei Frauen auf, die in die Wechseljahre kommen, aber auch jüngere Frauen können in der Stillzeit oder durch Einnahme der Antibaby-Pille Schwankungen des Hormonspiegels erleben.

Scheidenpilz oder Geschlechtskrankheiten als Ursache für eine trockene Scheide

Langwierige Pilzinfektionen oder sexuell übertragbare Krankheiten bringen das Scheidenklima aus dem Gleichgewicht. Die Folgen sind häufig Scheidenjucken, Brennen und Schmerzen. Darüber hinaus können Krankheiten wie Diabetes oder eine Chemotherapie zu Scheidentrockenheit führen.

Alkohol und Nikotin schaden den Schleimhäuten

Der übermäßige Konsum dieser Genussmittel schädigt die Hautgesundheit und wirkt sich daher unter anderem negativ auf die Vaginalflora aus. Folgen können Krankheiten, wie zum Beispiel Pilzinfektionen oder eine bakterielle Vaginose.

Übertriebene Intimpflege

Alkalische Seifen, Intimtücher und -deos oder Enthaarungscremes können den empfindlichen Säureschutzmantel der Scheide angreifen. Milde Reinigungsprodukte mit einem neutralen pH-Wert sind hier oft die bessere Wahl. Außerdem solltest du deinen Intimbereich niemals direkt mit Seife waschen. Verwende lieber warmes Wasser und deine Hände, um die inneren Schamlippen zu reinigen. Und Scheidenspülungen sind übrigens völlig überflüssig und trocknen die Haut erst recht aus.

Stress

Stress und Kummer machen sich häufig durch eine trockene Scheide bemerkbar. Das beste Mittel dagegen ist in den meisten Fällen Entspannung. Auch eine Stressbewältigungstherapie kann laut Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker in Bonn helfen. Auf jeden Fall ist es wichtig, etwas gegen Scheidentrockenheit zu unternehmen, bevor die Beschwerden die Lebensqualität so weit einschränken, dass ein Teufelskreis entsteht.

Sexuelle Unlust

Wenn du beim Sex nicht mehr so feucht wirst, wie es einmal war, kann es einfach daran liegen, dass dein Partner sich mehr ins Zeug legen muss. Vor allen in einer Beziehung kommt es schon einmal vor, dass Sex zur Routine wird und du einfach nicht mehr so leicht erregbar bist, wie du es einmal warst. Hier ist es wichtig, dass du mit deinem Partner darüber redest und ihr vielleicht auch mal wieder was Neues ausprobiert. Auch ein etwas längeres Vorspiel kann zu deinen Gunsten eingebaut werden. Wenn das nicht hilft, kannst du eines unserer Hilfsmittel gegen Scheidentrockenheit ausprobieren.

Hilfsmittel gegen eine trockene Scheide

Die gute Nachricht: Eine trockene Scheide bedeutet nicht, dass du auf Sex verzichten musst. Für den reibungslosen und intensiven Geschlechtsverkehr kannst du auf Gleitgel oder Gleitcremes zurückgreifen. Am besten verwendest du sensitive Produkte ohne Parfumstoffe, die deine Scheide nicht zusätzlich reizen.

  1. Vaginalcremes gegen eine trockene Schiede
    Stellt dein Frauenarzt einen Östrogenmangel als Ursache fest, können hormonhaltige Vaginalcremes verschrieben werden. Daneben gibt es auch Präparate ohne Hormone, die allerdings weniger lange vorhalten und bei Bedarf täglich angewendet werden müssen. Auch eine mikrobiologische Therapie, mit der die Bakterienbesiedlung der Vaginalflora reguliert werden kann, ist denkbar.
  2. Vagina föhnen
    Die US-amerikanische Gynäkologin Dr. Alyssa Dweck rät Frauen in ihrem 2017 erschienenen Buch „Das ganze A bis Z über ihre Vagina“ nach dem Sex ihre Vagina zu föhnen, um übertragene Bakterien, die auch für Scheidentrockenheit verantwortlich sein können, zu entfernen. Aber einfach nur nach dem Sex urinieren kann auch schon helfen die Bakterien rauszuspülen.
  3. Binden statt Tampons
    Die Frauenärztin Angelika Ruß rät außerdem, bei der Periode öfter auf Binden zurückzugreifen, da Tampons neben Menstruationsblut auch Vaginalflüssigkeit aufsaugen und eine trockene Scheide begünstigen.
    Die richtige Unterwäsche
    Baumwollunterwäsche begünstigt ein gutes Klima in deinem Intimbereich und kann Infektionen, die zu einer trockenen Scheide führen vorbeugen.

Wenn du länger unter einer trockenen Scheide leidest und der Sex für dich häufig unangenehm ist, solltest du einen Frauenarzt aufsuchen, um körperliche Beschwerden auszuschließen.

Folgen einer trockenen Scheide

Wird zu wenig Scheidensekret produziert, kann die Schleimhaut leichter einreißen, was nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch Angriffsstellen für eindringende Krankheitserreger bietet. Die Folgen können folgende Beschwerden sein:

  • Juckreiz
  • Brennen in der Vagina
  • erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

Außerdem vergeht vielen Frauen durch Scheidentrockenheit die Lust auf Geschlechtsverkehr, was zu seelischem Stress und Beziehungsproblemen führen kann.

Im aller schlimmsten Fall kann unbehandelte Scheidentrockenheit zu Unfruchtbarkeit infolge von Infektionen führen.

Scheidentrockenheit vorbeugen

Um eine trockene Scheide vorzubeugen, solltest du auf jeden Fall darauf achten, deinen Intimbereich richtig zu pflegen. Vermeide auch zu häufiges Baden mit parfümierten Zusätzen. Eine Ernährung mit hohen Anteilen an Omega-3-Fettsäuren, die zum Beispiel in Fisch enthalten sind, wirkt sich laut der Heilpraktikerin Andrea Mohr positiv auf die Gesundheit der Schleimhäute aus und kann eine trockene Scheide verhindern.

Quellen