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Eustress vs. Disstress – wo liegt der Unterschied?

Der Alltag ist zumeist vollgepackt mit Aufgaben, Projekten und sorgt nur selten für die ersehnte Entspannung. Dabei wissen wir doch, dass Stress schlecht für unsere Gesundheit ist. Doch hat Stress eigentlich auch positive Seiten? Dieser Frage gehen wir jetzt auf den Grund.

Gibt es positiven Stress?
Gibt es positiven Stress?
© Unsplash/ Lacie Slezak

Was ist Stress?

Hinter Stress steckt ein biologischer Mechanismus, der uns in Gefahrensituationen schützen soll. Stress entsteht, wenn wir glauben, einer Situation nicht gewachsen zu sein. Ein typisches Beispiel ist eine Präsentation vor vielen Leuten – eine Horrorvorstellung für viele.

Jetzt steigen Blutdruck und Muskelspannung, das Herz rast, das Stresshormon Adrenalin wird ausgeschüttet und unsere Atmung beschleunigt sich – wir fühlen uns gestresst. Stress kann sich außerdem bei jedem individuell spürbar machen. Manche fangen an zu schwitzen, die einen bekommen Angst, die anderen werden wütend.

Eigentlich sollen diese Mechanismen dafür sorgen, dass wir besser flüchten oder uns verteidigen können. Denn sie garantieren uns kurzfristig mehr Energie, um mit der Situation umgehen zu können. In der heutigen Zeit dagegen sorgt Stress bei vielen eher für Bauchschmerzen.

Schadet Stress der Gesundheit?

Stecken wir im Dauerstress nagt das an unserer Gesundheit. Denn diese ganzen Mechanismen und die bereitgestellte Energie verpuffen nicht einfach, sondern müssen abgebaut werden. Wenn du nur kurz Stress hast, geht dein Energielevel schnell wieder runter.

Stehst du dagegen ständig in Alarmbereitschaft, können sich diese Mechanismen negativ auswirken. Häufige Folgen sind etwa:

  • Hoher Blutdruck
  • Verdauungsbeschwerden
  • Erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Spannungskopfschmerzen
  • Schwächung des Immunsystems
  • Depressionen
  • Migräne

Stress kann laut aktuellen Forschungen an Mäusen sogar sichtbare Spuren hinterlassen, etwa graue Haare. Daher solltest du deine persönlichen Stressfaktoren kennen. Diese lassen sich aufteilen in:

  • physikalische Stressfaktoren, beispielsweise Lärm oder Hitze
  • mentale Stressfaktoren, wie etwa Prüfungsdruck oder Gefühl der Überforderung
  • soziale Stressfaktoren, zum Beispiel Konflikte in der Familie und Vereinsamung

Dieser negative Stress wird auch als Disstress bezeichnet. Er wirkt sich belastend auf die Betroffenen aus und beeinflusst Körper, Seele und Geist in negativer Weise.

Gibt es positiven Stress?

Wir haben bereits erwähnt, dass Stress kurzfristig dazu dient, Herausforderung besser zu bewältigen. Prinzipiell geht es hierbei um flüchten oder kämpfen. Daher ist Stress per se nicht negativ, er kann durchaus positive Seiten haben.

Wenn du Stress nicht als Belastung empfindest, sondern als förderlich, handelt es sich hierbei um Eustress, also guten Stress. Er kann dir in deinem Beruf helfen, dich zu motivieren, und mit neuen Herausforderungen umzugehen. Manche sprechen hier sogar von gesundem Stress.

Diesen dürftest du beispielsweise bei Hobbys besonders spüren, etwa bei einem Wettbewerb. Hier empfindest du zwar Stress, aber dieser ermöglicht es dir besser mit der Herausforderung umzugehen und steigert deine Leistung. Somit wirkt er sich positiv auf dich aus und belastet dich nicht.

Der Weg zum Eustress

Eustress erhöht deine Produktivität, sprich du kannst in gezielt einsetzen, um deine Leistung zu erhöhen. Doch wie gelingt dir das?

Indem du zunächst dein Stresslevel an deine persönliche Widerstandsfähigkeit anpasst. Hier spielt deine Resilienz, also deine Fähigkeit mit Krisen umzugehen, eine große Rolle. Sprich, du reduzierst deinen Stress auf ein erträgliches Maß. Dabei hilft dir Bewegung, Entspannung, Ernährung und ein gutes Zeitmanagement.

Idealerweise hast du nun eine gute Balance zwischen Stress und Entspannung. Der nächste Schritt klingt etwas banal, aber dieser ist wichtig. Denn jetzt brauchst du eine positive Einstellung zum Stress. Stress ist eine Energiequelle, die dir dabei hilft zielgerichtet zu arbeiten und stärker zu werden.

Das schaffst du beispielsweise, indem du dich vor Stress auslösende Situationen, etwa einem Vortrag, mit positiven Gedanken selbst pushst: Ich schaffe das, ich kann das, ich mache gerne Fehler, denn aus diesen kann ich lernen, und ähnliche Mantras sorgen in deinem Kopf für eine Tschakka-Einstellung.

Geschafft – und jetzt?!

Du hast deinen Vortrag gerockt, bist noch euphorisch und fühlst dich fast schon aufgeputscht. Herzlichen Glückwunsch, genieße deinen Sieg und versuche anschließend, dich langsam wieder zu entspannen. So sorgst du dafür, dass dein Energielevel vom Stress wieder langsam abgebaut wird, und du nicht die negativen Begleiterscheinungen zu spüren bekommst.

Im Arbeitsumfeld gelingt dir das vielleicht mit einer eigenen Nackenmassage, einem leckerer Smoothie oder durch einen netten Plausch mit Kollegen. Zuhause gibt es viele weitere Möglichkeiten, dich perfekt zu entspannen, etwa Meditation. – praktische Tipps zum Lernen bekommst du natürlich bei uns.

Last but not least ist uns noch eines wichtig: Liebe dich selbst, denn mit dieser Einstellung kannst du vieles besser umsetzen. Trau dich und probiere es aus.

Quellen